Nächste Woche kehrt die jährliche „Gaming in Holland“-Konferenz nach Amsterdam zurück. Willem van Oort, unabhängiger iGaming-Berater und Gründer von „Gaming in Holland“, verrät im Interview mit der GlücksWirtschaft, worauf sich die Teilnehmer bei der diesjährigen Veranstaltung freuen können.
Willem van Oort wird auch am 4. Juni 2026 die „Gaming in Holland” eröffnen
Herr van Oort, was können die Teilnehmer von der diesjährigen Konferenz erwarten?
Wie bereits in den Vorjahren versammelt die Gaming in Holland Conference die führenden Entscheidungsträger der regulierten niederländischen Glücksspielbranche. Lizenzierte Betreiber, Vertreter der Regulierungsbehörden sowie zentrale Akteure aus dem gesamten Sektor werden vor Ort sein.
Zu den diesjährigen Rednern zählen die CEOs der Nederlandse Loterij und des Holland Casino. Darüber hinaus wird die FDJ – der neue Eigentümer von Unibet – durch eine leitende Führungskraft vertreten sein, die die Perspektive des Unternehmens auf die aktuelle niederländische Marktlandschaft erörtern wird.
Auch die niederländische Glücksspielbehörde wird zwei separate Präsentationen beisteuern: eine, die sich auf den Ansatz der Regulierungsbehörde im Hinblick auf kommende Gesetzesvorhaben konzentriert, und eine weitere, die ihrem neuen Konzept zum Spielerschutz gewidmet ist.
Neben einem umfangreichen Konferenzprogramm bietet sich den Teilnehmern reichlich Gelegenheit, sich zu vernetzen und Kontakte zu führenden Branchenvertretern zu knüpfen – unter anderem während der traditionellen Bootstour der Veranstaltung durch die ikonischen Grachten Amsterdams.
Gibt es neben diesen Highlights noch weitere Sitzungen, auf die Sie sich freuen?
Wie schon in den Vorjahren wird H2 Gambling Capital seine neuesten Wachstumsprognosen für den niederländischen Markt vorstellen. Dies bietet stets eine solide Ausgangsbasis für weitere Diskussionen.
Zudem freue ich mich auf die Präsentation von Blask, die einen tiefgehenden Einblick gewähren wird, an welchen Spielen niederländische Spieler interessiert sind und welche Spielkategorien sowohl von lizenzierten als auch von nicht lizenzierten Anbietern besonders stark in den Vordergrund gerückt werden. Stimmen die Nachfrage der Spieler und das Angebot der Betreiber tatsächlich überein? Das werden wir auf der Konferenz erfahren.
Noch wichtiger ist jedoch, dass die niederländische Regierung voraussichtlich in Kürze einen konkreten Vorschlagskatalog zur Novellierung des Gesetzes über Glücksspiele im Fernabsatz veröffentlichen wird – einschließlich anbieterübergreifender Einzahlungslimits, einer Anhebung des Mindestalters für risikoreiche Glücksspiele und vielem mehr.
Nach aktuellem Stand gehen wir weiterhin davon aus, dass dies noch vor dem Auftakt der diesjährigen Konferenz geschehen wird. In diesem Fall werden wir direkt von der Regulierungsbehörde erfahren, wie genau sich die Vorschriften ändern werden.
Könnten Sie uns – ergänzend zu diesen spezifischen Sitzungen – noch etwas mehr über die Idee hinter dem neuen Leitbild „Reclaim the Market“ von Gaming in Holland erzählen?
Wie so oft in regulierten Märkten, die mit verschärften Compliance-Vorgaben konfrontiert sind, hat der regulierte niederländische iGaming-Sektor eine Verschiebung der Marktanteile zugunsten zunehmend aggressiver Offshore-Anbieter erlebt. Diesen Trend wollen wir stoppen – und idealerweise umkehren. Genau dieser Anspruch steht im Mittelpunkt unserer Initiative „Reclaim the Market“.
Die gute Nachricht ist, dass lizenzierte Betreiber gemeinsam über eine beträchtliche Marktmacht verfügen. Dies versetzt sie in die Lage, wirksamen Druck auf Zulieferer, Zahlungsdienstleister, Marketing-Affiliates und andere Dienstleister auszuüben, die den laufenden Betrieb von Offshore-Betreibern nach wie vor ermöglichen. Die zentrale Herausforderung besteht nun darin, diese Bemühungen effektiv zu koordinieren, damit dieser Einfluss zu greifbaren Ergebnissen führt.
Auch das Eingreifen der Regulierungsbehörden ist unerlässlich. Weder lizenzierte Betreiber noch die Regulierungsbehörden profitieren vom anhaltenden Wachstum des Offshore-Marktes; dies ist somit ein Bereich, in dem alle Beteiligten ein starkes gemeinsames Interesse verfolgen.
Wenn wir etwas weiter in die Zukunft blicken: Was ist Ihrer Meinung nach erforderlich, um den Schwarzmarkt langfristig in Schach zu halten?
Ich bin der Ansicht, dass eine B2B-Lizenzierung unvermeidlich werden wird. Dies wird für die Regulierungsbehörden zwar mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden sein; ich bin jedoch davon überzeugt, dass dies der einzige Weg ist, um eine sinnvolle Trennung sowie einen qualitativen Unterschied zwischen lizenzierten und nicht lizenzierten Angeboten zu etablieren. Die Spieler erkennen sehr wohl, dass das inländische Produkt nicht offensichtlich überlegen ist, dennoch erwarten wir von ihnen, dass sie aufgrund der steuerlichen Verpflichtungen und des höheren Regulierungsaufwands der lizenzierten Anbieter schlechtere Auszahlungsquoten (RTP) in Kauf nehmen. Wenngleich Spieler es im Allgemeinen vorziehen, auf dem legalen Markt zu spielen, werden sie dies nicht um jeden Preis tun. Das sind schlichtweg wirtschaftliche Grundprinzipien.
Dennoch glaube ich, dass die größte Chance für einen Wandel in einer veränderten gesellschaftlichen Einstellung gegenüber dem Glücksspiel liegt. In den Niederlanden beispielsweise wird das Glücksspiel nach wie vor häufig als gewissermaßen tabuisiert oder gesellschaftlich bedenklich angesehen. Meiner Auffassung nach kann genau dieses Stigma dazu beitragen, dass Spieler leichter zu illegalen Anbietern abwandern.
Was wäre, wenn Glücksspiel als völlig legitime und transparente Unterhaltungsform anerkannt würde? Würde es normaler und offener akzeptiert, würden sich Spieler wahrscheinlich eher für lizenzierte Anbieter entscheiden – als die naheliegende und verantwortungsvolle Wahl.
Ich glaube, genau hier liegt noch großes Verbesserungspotenzial.
Herr van Oort, vielen Dank für Ihre Einblicke.
Die Konferenz „Gaming in Holland 2026“ findet am 4. Juni im KIT Royal Tropical Institute in Amsterdam statt. Das vollständige Konferenzprogramm finden Sie hier. Oder klicken Sie hier, um sich anzumelden.
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