14. März 2026
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DAW warnt vor „Turbo für die Illegalität“

Massiver Abbau des legalen Angebots - Georg Stecker, Vorstandssprecher des Dachverbands Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) zur aktuellen Lage

Am Dienstag, 8. Juli, trafen sich Vertreter von Bund, Ländern und Verbänden in Berlin zu einem Runden Tisch zum Thema Illegalität im stationären Automatenspiel. Im Vorfeld dieses Treffens machte Georg Stecker, Vorstandssprecher des Dachverbands Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW), laut mehreren Medienberichten klar: „Die Lage der Branche ist durch eine überbordende Illegalität geprägt, die jetzt schon ein Drittel des Markts ausmacht – Tendenz steigend, ihr Marktanteil bewegt sich auf die Hälfte zu.“ Illegale Spielautomaten sollen laut Schätzungen für ausbleibende Steuereinnahmen in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro jährlich sorgen.

Massiver Abbau des legalen Angebots

Mitte Juni ist der Evaluierungsbericht der Spielverordnung erschienen und hat verschiedene Alternativen vorgestellt, um Verstöße gegen Jugend- und Spielerschutzregeln abzustellen. „Hierzu zählen die wahlweise Aufstellung von Geld- und Warenspielgeräten oder Unterhaltungsspielgeräten, die Reduzierung auf ein Gerät in der Aufstellung bis hin zur vollständigen Untersagung der Aufstellung“, so der Bericht im Wortlaut.

Stecker erläutert weiter: „Eine Reduzierung der Geräte-Anzahl wäre ein Turbo für die Illegalität, denn dann würde ein legales Angebot massiv abgebaut.“ Der DAW-Vorstandssprecher sprach sich stattdessen für eine Erhöhung von zwei auf drei Geräte aus: „Die Verringerung von drei auf zwei Geräte in der Gastronomie vor wenigen Jahren war eine der Hauptursachen für die Ausbreitung von Illegalität.“

Wichtige ergänzende Einnahmequelle

Unterstützung kommt aus der Gastronomie: Jürgen Benad, Geschäftsführer vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, erklärt: „Für viele kleinere getränkegeprägte Betriebe haben Geldspielgeräte eine lange Tradition und sind eine wichtige ergänzende Einnahmequelle gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.“ Zudem finde das Spielen an Automaten in der Gastronomie nicht anonym statt – sondern im öffentlichen Raum unter Aufsicht des Wirtes und der Gäste. Benad: „Weitere Einschränkungen bis hin zum Aufstellverbot von Geldspielgeräten in Gaststätten lehnen wir ab.“

Weitere Reglementierungen würden das Spielgeschehen nur ins schwer kontrollierbare Internet oder in den illegalen Markt verdrängen – dorthin, wo Jugendschutz und Prävention nicht greifen.

Vernünftiges Maß

Mit Verweis auf den im Glücksspielstaatsvertrag verankerten Kanalisierungsauftrag zum legalen Spiel erklärt Stecker: „Wir halten es für sinnvoll, insbesondere legale Angebote zu stärken.“ Und: „Wir wollen kein Las Vegas, sondern wir wollen ein vernünftiges Maß.“ Der Schwarzmarkt sei durch eine verfehlte Regulierung entstanden. „Deswegen ist es im Rahmen der Spielverordnung von großer Bedeutung, dass an manchen Stellen umgesteuert wird, damit dieses Übel wieder verschwindet.”

 

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