21. Mai 2026
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Deutscher Nachwuchsforschungspreis geht an Verhaltensökonomen des Max-Planck-Instituts

Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung hat den Deutschen Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung 2025/26 an Dr. Sebastian O. Schneider vergeben. Die Auszeichnung wurde im Rahmen eines Fachsymposiums in München verliehen.

Deutscher Nachwuchsforschungspreis geht an Verhaltensökonomen des Max-Planck-Instituts

Deutsche Stiftung Glücksspielforschung verleiht Nachwuchsforschungspreis 2026 an Verhaltensökonomen Sebastian O. Schneider

Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung, DSGF, hat den Deutschen Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung 2025/26 an Dr. Sebastian O. Schneider vom Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik in Bonn vergeben, wie die DSGF in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt gab. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 13. April 2026 im Rahmen des Wissenschaftssymposiums „Aspekte menschlichen Risikoverhaltens“ im Literaturhaus München verliehen.

Auszeichnung für Studie zu Risikopräferenzen

Ausgezeichnet wurde Schneider für seine gemeinsam mit Matthias Sutter verfasste Studie „Risk Preferences and Field Behavior: The Relevance of Higher-Order Risk Preferences“, die im American Economic Review (2026, Vol. 116, Nr. 1, S. 88-118) veröffentlicht wurde. Nach Angaben der Stiftung untersucht die Arbeit, welche Bedeutung höhere Ordnungen von Risikopräferenzen für tatsächliches Entscheidungsverhalten außerhalb des Labors haben. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur klassische Formen der Risikoaversion, sondern auch weitergehende Konzepte wie Prudence und Temperance.

Die Ergebnisse seien unmittelbar relevant für die Modellierung von Verbraucherverhalten im Glücksspielkontext sowie für die Gestaltung wirksamer Präventions- und Schutzmaßnahmen, erklärte die Stiftung. Zugleich wertet die DSGF die Veröffentlichung im American Economic Review als Beleg für die hohe wissenschaftliche Qualität der ausgezeichneten Arbeit.

Internationale Fachjury entschied über die Vergabe

Die Auswahl des Preisträgers erfolgte laut DSGF durch den internationalen Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung in einem unabhängigen, mehrstufigen Begutachtungsverfahren. Dem Gremium gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Institutionen wie der Harvard Medical School, der Brown University, der University of Nevada Las Vegas, der Universität Kopenhagen sowie der Washington State University an:

  • Prof. Debi A. LaPlante, PhD - Associate Professor of Psychiatry, Harvard Medical School; Direktorin der Division on Addiction, Cambridge Health Alliance

  • Prof. Dr. Frederike Petzschner - Assistant Professor of Psychiatry and Human Behavior, Brown University; Direktorin des Carney Brainstorm Lab

  • Prof. Brett Abarbanel, PhD - Associate Professor, University of Nevada Las Vegas; Executive Director des International Gaming Institute

  • Prof. Dr. Tone Roald - Associate Professor, Universität Kopenhagen; Trägerin des HM Queen Margrethe’s Science Award 2025

  • Prof. Kahlil Philander, PhD - Assistant Professor, Washington State University; Honorary Lecturer, University of Sydney

Der ebenfalls von der Stiftung ausgelobte Deutsche Innovationspreis Glücksspielforschung, der mit bis zu 200.000 Euro dotiert ist, wurde in diesem Jahr nicht vergeben.

Symposium beleuchtete menschliches Risikoverhalten

Die Preisverleihung ist eingebettet in ein interdisziplinäres Fachsymposium, das rechtswissenschaftliche, historische, ökonomische und verhaltenswissenschaftliche Perspektiven auf Risikoverhalten zusammenführt. Eine Veranstaltung dieser Art ist in Bayern bislang einmalig.

Referenten:

  • Prof. Dr. Peter M. Huber, Bundesverfassungsrichter a.D., Thüringer Innenminister a.D., Staatsrechtsprofessor an der LMU München - zur Bedeutung empirischer Evidenz für Judikative und Legislative

  • Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Ulrich Gumbrecht, Stanford University (emeritiert) und Hebrew University, Jerusalem - zu Risikodenken als Voraussetzung intellektuellen Fortschritts

  • Prof. Dr. Andreas Rödder, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Professor für Neueste Geschichte - zu Wissenschaftsfreiheit und institutionellen Rahmenbedingungen

  • Prof. Dr. Darren Dahl, Dean, Sauder School of Business, University of British Columbia - zu Neugier, Kreativität und Entscheidungsverhalten

  • Prof. Dr. Jack Mintz, President’s Fellow, School of Public Policy, University of Calgary - zu Besteuerung, Glücksspiel und staatlichen Zielsetzungen

  • Prof. Dr. Marc Potenza, Steven M. Southwick Professor für Psychiatrie sowie Professor im Child Study Center und für Neurowissenschaften, Yale University - zu Lücken und zukünftigen Feldern der Suchtforschung.

Stiftung verweist auf Evidenz und Verbraucherschutz

Die DSGF beschreibt sich selbst als 2024 gegründete gemeinnützige Organisation mit Sitz in München. Nach eigener Darstellung will sie unabhängige und international anschlussfähige Forschung zu Glücksspiel, Risiko- und Entscheidungsverhalten sowie Verbraucherschutz fördern. Ein zentrales Element des Stiftungsmodells ist dabei, dass nicht projektbezogene Auftragsforschung vergeben wird, sondern bereits abgeschlossene wissenschaftliche Arbeiten über hochdotierte Preise ausgezeichnet werden. Über die Vergabe entscheidet nach Angaben der Stiftung ausschließlich der internationale Wissenschaftliche Beirat.

Der Nachwuchsforschungspreis wurde erstmals 2025 vergeben. Die erste Preisträgerin, Dr. Lara Marie Rolvien (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), wurde für eine in JAMA Network Open veröffentlichte Studie zu internetbasierten Interventionen zur Reduktion von Glücksspielsymptomen ausgezeichnet.

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