Die Fußball-WM 2026 dürfte der wichtigste Sportwetten-Treiber des Jahres werden. Der DSWV rechnet mit knapp einer Milliarde Euro Wetteinsätzen, warnt aber vor hohen Anteilen im Schwarzmarkt.
DSWV-Präsident Mathias Dahms
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird nach Einschätzung des Deutschen Sportwettenverbandes (DSWV) das wichtigste Ereignis des Jahres für die deutsche Sportwettenbranche. Wie der Verband mitteilt, rechnet er in Deutschland mit Wetteinsätzen von knapp einer Milliarde Euro. Ein erheblicher Teil davon dürfte jedoch nicht im regulierten Markt, sondern bei illegalen Anbietern platziert werden.
Die WM 2026 wird erstmals mit 48 Nationen ausgetragen. Damit umfasst das Turnier deutlich mehr Spiele als frühere Weltmeisterschaften. Für die Sportwettenbranche bedeutet das zusätzliche Aufmerksamkeit, mehr Wettanlässe und traditionell eine besonders hohe Aktivität rund um Spiele mit deutscher Beteiligung.
DSWV-Präsident Mathias Dahms ordnet große Turniere für die Branche als wichtigen Sonderfaktor ein. Besonders Spiele der deutschen Nationalmannschaft sorgten erfahrungsgemäß für hohe Wettaktivität. Dass Deutschland möglichst lange im Turnier bleibt, wünsche er sich daher sowohl als Fan als auch als Vertreter der Sportwettenindustrie.
Nach Einschätzung des DSWV werden rund 600 bis 700 Millionen Euro der erwarteten WM-Wetteinsätze im regulierten Markt platziert. Weitere 300 bis 400 Millionen Euro könnten hingegen bei illegalen Anbietern landen. Der Verband sieht darin einen deutlichen Hinweis darauf, dass der Schwarzmarkt weiterhin ein erhebliches Problem für den regulierten Sportwettenmarkt darstellt.
Das zeigt: Wir haben weiterhin ein erhebliches Problem mit dem Schwarzmarkt.
Dahms verweist in diesem Zusammenhang auf Daten der Aufsichtsbehörde, wonach rund ein Drittel der Spieler zumindest teilweise auch illegale Angebote nutze. Zudem sei der Schwarzmarktumsatz laut Gemeinsamer Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zuletzt um 17 Prozent gewachsen und damit stärker als der legale Markt.
Als einen Grund für die Abwanderung in den Schwarzmarkt nennt der DSWV die aus Sicht des Verbandes sehr restriktive Ausgestaltung des legalen Angebots in Deutschland. Bestimmte beliebte Wettarten seien hierzulande nicht erlaubt. Als Beispiel verweist Dahms auf Live-Wetten wie die Frage, ob ein bestimmter Spieler noch ein Tor erzielt.
Besonders kritisch sieht der Verband, dass illegale Anbieter gerade bei Großereignissen von der erhöhten Aufmerksamkeit profitieren könnten. Während regulierte Unternehmen engen Werbe- und Produktvorgaben unterliegen, könnten illegale Anbieter deutlich freier agieren.
Gleichzeitig sieht der DSWV in der WM 2026 auch eine Chance, Spielerinnen und Spieler stärker in den legalen Markt zu lenken. Nur bei lizenzierten Anbietern sei sichergestellt, dass Gewinne zuverlässig ausgezahlt würden und Spielerschutzmaßnahmen greifen. Dazu zählt der Verband auch moderne KI-gestützte Systeme zur Früherkennung auffälligen Spielverhaltens.
Gleichzeitig bieten Turniere wie die WM aber auch die Chance, Spieler zurück in den legalen Markt zu holen.
Der DSWV empfiehlt Spielern deshalb, WM-Wetten ausschließlich bei legalen, staatlich erlaubten Anbietern abzugeben. Eine Übersicht aller zugelassenen Anbieter führt die GGL auf ihrer offiziellen Whitelist.
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