11. August 2026
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GGL und Dataport bauen LUGAS für datenbasierte Glücksspielaufsicht aus

GGL und Dataport entwickeln LUGAS weiter. Ab 2027 sollen Safe-Server-Daten stärker ausgewertet werden und eine belastbare Grundlage für Aufsicht, Spielerschutz und Regulierung schaffen.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder und Dataport bauen LUGAS weiter aus. Das System bildet die zentrale technische Infrastruktur für die Aufsicht über den legalen Online-Glücksspielmarkt in Deutschland.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und der öffentliche IT-Dienstleister Dataport bauen das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem LUGAS weiter aus. Wie die Behörde am 21. Juli mitteilte, soll die technische Infrastruktur kontinuierlich an steigende Anforderungen bei Datenqualität, Verfügbarkeit und Sicherheit angepasst werden.

LUGAS bildet nach Angaben der GGL die zentrale Datengrundlage für die Regulierung des legalen Online-Glücksspielmarktes in Deutschland. Im Jahr 2025 verarbeitete das System Daten von mehr als 60 erlaubten Glücksspielanbietern. In den Zentraldateien waren zum Jahresende rund 5,3 Millionen Spielende registriert.

Zentrale Kontrolle des legalen Online-Marktes

LUGAS besteht im Wesentlichen aus den Zentraldateien und den Auswertesystemen der sogenannten Safe-Server. Über die Zentraldateien wird unter anderem kontrolliert, ob das anbieterübergreifende monatliche Einzahlungslimit eingehalten wird und ob Spielende gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv sind.

Die Safe-Server werden von den erlaubten Anbietern betrieben. Dort werden regulatorisch relevante Daten für die Glücksspielaufsicht bereitgehalten. Die GGL kann die Informationen nutzen, um Entwicklungen auf dem legalen Markt zu untersuchen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu kontrollieren.

Seit dem 1. Januar 2023 werden die Zentraldateien und die Auswertesysteme der Safe-Server von der GGL verwaltet und durch Dataport betrieben. Beide Organisationen wollen die Systeme gemeinsam weiterentwickeln. Dabei arbeiten die jeweiligen Fach- und IT-Teams nach Angaben der Behörde eng zusammen.

„Wir treiben die Entwicklung von LUGAS kontinuierlich voran“, erklärte GGL-Vorstand Ronald Benter. Gerade bei sportlichen Großereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft komme einer stabilen und leistungsfähigen Infrastruktur besondere Bedeutung zu.

Technische Störung erhöhte den Handlungsdruck

Wie wichtig die Verfügbarkeit von LUGAS für den legalen Markt ist, wurde bei einer technischen Störung am 15. März 2025 deutlich. Damals waren die Schnittstellen des Systems über mehrere Stunden nicht erreichbar. Neuanmeldungen und Einzahlungen bei legalen Online-Glücksspielanbietern waren zeitweise nicht möglich.

Ursache war nach Angaben der GGL und von Dataport ein abgelaufenes Zertifikat. Ein zuvor eingespieltes neues Zertifikat hatte sich trotz vorausgegangener Tests als fehlerhaft erwiesen. Der Deutsche Sportwettenverband kritisierte den Ausfall und forderte unter anderem einen jederzeit erreichbaren technischen Support.

Die GGL leitete anschließend zusätzliche Maßnahmen ein. Dazu gehörten neue Überwachungsmetriken und Schwellenwerte, mit denen Störungen früher erkannt werden sollen. Zudem wurden eine öffentlich zugängliche Statusseite und weitere Kontaktmöglichkeiten vorbereitet.

Über das gesamte Jahr 2025 lag die Verfügbarkeit der LUGAS-Zentraldateien nach Angaben im Tätigkeitsbericht der Behörde bei 99,79 Prozent. Die aktuelle Ankündigung zum weiteren Ausbau unterstreicht dennoch, dass Stabilität und schnelle Reaktionsmöglichkeiten für den regulierten Markt von zentraler Bedeutung bleiben.

Safe-Server-Daten sollen stärker genutzt werden

Ab 2027 will die GGL ihre Auswertungen verstärkt auf Daten aus den Safe-Servern stützen. Dadurch sollen Entwicklungen des legalen Online-Glücksspielmarktes detaillierter untersucht und regulatorische Maßnahmen auf einer breiteren Datengrundlage bewertet werden können.

Die stärkere Nutzung dieser Primärdaten ist auch für die Debatte über eine evidenzbasierte Glücksspielregulierung relevant. LUGAS verfügt über umfangreiche Informationen aus dem tatsächlichen Spielbetrieb der erlaubten Anbieter. Branchenvertreter und Statistikexperten hatten wiederholt gefordert, solche Daten stärker in politische Entscheidungen und wissenschaftliche Bewertungen einzubeziehen.

Bislang mussten die Daten nach Darstellung der GGL zunächst technisch validiert, harmonisiert und auf ihre Vergleichbarkeit geprüft werden. Der angekündigte Ausbau soll nun die Voraussetzungen für belastbare und systematische Auswertungen verbessern.

Bedeutung für die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags

LUGAS ist zugleich ein eigenes Thema bei der laufenden Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021. In einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe wird untersucht, ob die technischen Kontrollinstrumente ihre regulatorischen Ziele erreichen und wie sie weiterentwickelt werden sollten.

Dabei geht es unter anderem um die Wirksamkeit des anbieterübergreifenden Einzahlungslimits und des Verbots parallelen Spielens. Sachsen-Anhalt, das Sitzland der GGL, wirkt an dieser Arbeitsgruppe mit und bringt seine Erfahrungen aus dem laufenden Behördenbetrieb in den Evaluierungsprozess ein.

Der gemeinsame Evaluierungsbericht der Länder soll nach derzeitiger Planung bis Ende 2026 vorliegen. Welche konkreten Safe-Server-Auswertungen bereits in diesen ersten Bericht einfließen können, geht aus der aktuellen Mitteilung der GGL nicht hervor. Die verstärkte Nutzung der Daten ist ausdrücklich für die Zeit ab 2027 angekündigt.

Neben der technischen Leistungsfähigkeit wird daher entscheidend sein, welche Erkenntnisse die GGL künftig aus den vorhandenen Daten ableitet und in welchem Umfang die Ergebnisse veröffentlicht werden. Der Ausbau von LUGAS schafft dafür die technische Grundlage.

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