7. Oktober 2026

Glücksspielmarkt Deutschland 2026: Umsatz, Anbieter und Marktanteile im Überblick

Wie groß ist der deutsche Glücksspielmarkt? Aktuelle Zahlen zu Spielhallen, Lotterien, Sportwetten und Online-Angeboten zeigen Umsätze, Anbieterstrukturen und die Verteilung der Marktanteile.

Person analysiert Marktdaten und Marktanteile auf einem Laptop

Der deutsche Glücksspielmarkt umfasst zahlreiche Segmente von Lotterien und Sportwetten bis zu Spielbanken und Online-Angeboten. Aktuelle Marktdaten zeigen, wie sich Umsätze und Marktanteile verteilen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der erlaubte Glücksspielmarkt erreichte 2025 laut Gemeinsamer Glücksspielbehörde der Länder (GGL) rund 14,4 Milliarden Euro Bruttospielertrag.

  • Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die erfassten Einsätze bei Sportwetten und virtuellen Automatenspielen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Online-Poker gingen sie zurück.

  • Spieleinsätze, Bruttospielerträge und Unternehmensumsätze sind unterschiedliche Kennzahlen. Wer Marktanteile berechnet, muss dieselbe Messgröße und denselben Teilmarkt zugrunde legen.

Glücksspielumsatz: Was Einsätze und Bruttospielerträge unterscheidet

Ein Lottoschein, eine Sportwette und ein Spiel am Automaten lassen sich wirtschaftlich nur vergleichen, wenn klar ist, was gezählt wird. Die gesamten Spieleinsätze umfassen auch Geld, das als Gewinn an die Teilnehmer zurückfließt. Für den Vergleich der Marktgröße wird deshalb häufig der Bruttospielertrag verwendet. Der Deutsche Spielbankenverband beschreibt ihn als Differenz zwischen den Einsätzen und den Gewinnen der Spielenden.

Vereinfacht gerechnet: Werden 100 Euro eingesetzt und daraus 90 Euro als Gewinne gutgeschrieben, beträgt der Bruttospielertrag zehn Euro. Diese zehn Euro sind noch kein Unternehmensgewinn. Aus ihnen müssen unter anderem Personal, Technik, Steuern und weitere Aufwendungen finanziert werden. Das ergibt sich bereits daraus, dass die Berechnung des Bruttospielertrags lediglich Einsätze und Spielgewinne berücksichtigt.

Auch Einzahlungen auf ein Spielkonto sind von Einsätzen zu unterscheiden. Geld kann zunächst ungenutzt auf dem Konto liegen. Umgekehrt können gutgeschriebene Gewinne erneut eingesetzt werden. Ein hohes Einsatzvolumen lässt deshalb für sich genommen weder auf entsprechend hohe Einzahlungen noch auf ebenso hohe Verluste schließen.

Marktanteile: Geldspielgeräte und staatliche Lotterien prägen den Gesamtmarkt

Geldspielgeräte und staatliche Lotterien erwirtschafteten 2025 zusammen knapp zwei Drittel der legalen Bruttospielerträge. Die GGL weist folgende Verteilung aus:

Glücksspielsegment Bruttospielertrag 2025 Anteil am erlaubten Gesamtmarkt

Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten

4,9 Milliarden Euro

34 %

Staatliche Lotterien des DLTB

4,2 Milliarden Euro

29 %

Spielbanken

1,5 Milliarden Euro

11 %

Klassen-, Sozial- und Sparlotterien

1,2 Milliarden Euro

9 %

Virtuelle Automatenspiele und Online-Poker

0,6 Milliarden Euro

4 %

Pferdewetten

40 Millionen Euro

0,3 %

Online-Casinospiele

2 Millionen Euro

0,01 %

Gesamtmarkt

14,4 Milliarden Euro

100 %

Quelle: GGL, Tätigkeitsbericht 2025. Werte und Anteile gerundet; Rundungsdifferenzen möglich.

Die Tabelle beschreibt die Verteilung zwischen den Spielarten, nicht die Marktanteile einzelner Unternehmen. Auch die Abgrenzung von Online-Casinospielen ist zu beachten: Der Begriff bezeichnet im Glücksspielstaatsvertrag beispielsweise virtuelle Nachbildungen von Roulette oder Blackjack sowie entsprechende Live-Übertragungen. Virtuelle Automatenspiele und Online-Poker werden gesondert erfasst.

Online-Glücksspiel macht rund ein Viertel des legalen Marktes aus

Auf den Online-Vertrieb entfielen 2025 laut GGL rund 3,5 Milliarden Euro Bruttospielertrag, auf den stationären Vertrieb rund 10,9 Milliarden Euro. Damit entstand etwa ein Viertel des legalen Marktvolumens im Internet.

Zum digitalen Geschäft gehören auch Lotterien. Nach Angaben des Deutschen Lotto- und Totoblocks wurden 2025 über die eigenen Internetangebote und Apps der Landeslotteriegesellschaften mehr als 1,4 Milliarden Euro an Spieleinsätzen abgewickelt. Diese Zahl erfasst den digitalen Eigenvertrieb der Gesellschaften und darf nicht mit dem gesamten Online-Lotteriemarkt einschließlich gewerblicher Vermittler gleichgesetzt werden.

Lotterien und Spielbanken: Unterschiedliche Entwicklungen im Jahr 2025

Die 16 Landeslotteriegesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks meldeten für 2025 insgesamt knapp 8,3 Milliarden Euro Spieleinsätze. Auf LOTTO 6aus49 entfielen fast 3,4 Milliarden Euro, auf Eurojackpot rund 2,4 Milliarden Euro. Der DLTB verwies in seiner Jahresbilanz auf vergleichsweise kurze Jackpotphasen, die das Geschäft beeinflusst hätten.

Die Spielbanken legten dagegen zu. Nach Angaben des Deutschen Spielbankenverbandes erreichten die staatlich und privat geführten Häuser zusammen einen Bruttospielertrag von 1,51 Milliarden Euro, nach 1,39 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Bilanz des Verbandes umfasst dabei auch die im Bundesverband privater Spielbanken organisierten Unternehmen.

Innerhalb der Spielbanken entfiel der weitaus größere Ertragsanteil auf das Automatenspiel. Der Spielbankenverband beziffert ihn für 2025 auf rund 1,31 Milliarden Euro. Das klassische Spiel, etwa an Roulette- und Blackjack-Tischen, kam auf 203 Millionen Euro. Hinzu kamen insgesamt rund 8,1 Millionen Besuche. Dabei handelt es sich um Besuchsvorgänge, nicht um ebenso viele unterschiedliche Personen.

Erstes Halbjahr 2026: Mehr Sportwetteinsätze, weniger Online-Poker

Für 2026 veröffentlicht der GGL-Marktmonitor bislang die Einsätze bis einschließlich Juni. Die folgende Gegenüberstellung beruht auf den jeweils addierten ersten beiden Quartalen.

Glücksspielsegment 1. Halbjahr 2025* 1. Halbjahr 2026* Veränderung

Sportwetten, online und stationär

4.064

4.654

+14,5 %

Virtuelle Automatenspiele

2.214

2.415

+9,1 %

Online-Poker

400

344

-14,0 %

Pferdewetten im Internet

57

51

-10,5 %

Länderübergreifende Soziallotterien

628

659

+4,9 %

Klassenlotterien

119

102

-14,3 %

*Spieleinsätze in Millionen Euro
Quelle: GGL-Marktmonitor, aktualisiert am 12. August 2026. Halbjahressummen und Veränderungen: eigene Berechnungen anhand der veröffentlichten, gerundeten Quartalswerte.

Bei Sportwetten wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 3,52 Milliarden Euro online und rund 1,13 Milliarden Euro stationär eingesetzt. Damit entfielen etwa 75,6 Prozent der erfassten Sportwetteinsätze auf den Online-Vertrieb.

Eine vollständige Bilanz des deutschen Glücksspielmarktes liefert diese Tabelle nicht. Der Marktmonitor erfasst ausgewählte länderübergreifende Angebote in der Zuständigkeit der GGL. Spielhallen, Spielbanken und das gesamte Geschäft der Landeslotteriegesellschaften sind darin nicht abgebildet. Außerdem handelt es sich um Einsätze, aus denen sich ohne Angaben zu den Spielgewinnen keine Bruttospielerträge ableiten lassen.

Welche Anbieter zum deutschen Glücksspielmarkt gehören

Für 2025 nennt die GGL 29 Sportwettveranstalter, davon 27 aktiv, 40 Veranstalter virtueller Automatenspiele, davon 37 aktiv, sowie fünf Online-Poker-Veranstalter.

Die amtliche Whitelist mit Stand vom 7. September 2026 führt bei Sportwetten beispielsweise Tipico Co. Limited, Hillside (Europe) ENC mit der Marke bet365 und Interwetten Gaming Limited. Bei virtuellen Automatenspielen sind unter anderem Tipico Games Limited, Merkur Bets Malta Limited, NOVOLINE.DE GmbH und Jokerstar GmbH verzeichnet. Zum erlaubten Online-Poker-Angebot gehören beispielsweise GGPoker von NSUS Malta Limited und partypoker von Ladbrokes (Deutschland) Limited. Die Beispiele bilden keine Umsatzrangliste.

Ein Unternehmen kann mehrere Marken und Internetangebote betreiben. Ebenso kann eine Gesellschaft für verschiedene Glücksspielarten zugelassen sein. Wer Anbieter zählt, muss daher zwischen Unternehmen, Erlaubnissen, Marken und Internetadressen unterscheiden. Eine Addition sämtlicher Einträge nach Spielarten kann Unternehmen mehrfach erfassen.

Im Lotteriegeschäft kommen zu den Veranstaltern gewerbliche Vermittler hinzu. Zu den bekannten digitalen Vermittlungsmarken gehören LOTTO24 und Tipp24, die zum ZEAL-Konzern gehören. ZEAL bietet daneben eigene Lotterieprodukte und virtuelle Automatenspiele an.

Die Whitelist ist allerdings kein vollständiges Verzeichnis sämtlicher Glücksspielbetriebe vor Ort. Spielhallenbetreiber, gewerbliche Automatenaufsteller, einzelne Lotto-Annahmestellen und örtliche Wettvermittlungsstellen werden dort nicht aufgeführt.

Warum Unternehmensumsätze keine einfachen Marktanteile ergeben

Ein Marktanteil braucht eine eindeutig benannte Bezugsgröße. Der Anteil eines Unternehmens am gesamten Glücksspielmarkt ist etwas anderes als sein Anteil am Online-Sportwettenmarkt oder an der digitalen Lotterievermittlung. Auch Kundenzahlen, Website-Besuche und Spieleinsätze können unterschiedliche Verteilungen ergeben.

Wie weit die Kennzahlen auseinanderliegen können, zeigt die Jahresbilanz von ZEAL. Das Unternehmen meldete für 2025 im Lotteriegeschäft ein Transaktionsvolumen von 1.100,5 Millionen Euro und Umsatzerlöse von 195,3 Millionen Euro. Beide Zahlen beschreiben dasselbe Geschäft aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Umsatzerlöse eines Vermittlers durch die Bruttospielerträge des gesamten deutschen Glücksspielmarktes zu teilen, würde deshalb keinen sauber vergleichbaren Marktanteil liefern. Dafür müssten Zeitraum, Vertriebsgebiet, Spielart und Berechnungsmethode übereinstimmen. Bei international tätigen Gruppen wäre zudem das Deutschlandgeschäft vom übrigen Konzern zu trennen.

Auch Doppelzählungen sind zu vermeiden: Ein vermittelter Lottotipp ist nicht ein zweiter Spieleinsatz zusätzlich zu dem Einsatz, der beim Lotterieveranstalter ankommt. Die Vermittlung beschreibt einen Vertriebsweg.

Schwarzmarkt: Schätzungen getrennt von legalen Umsätzen betrachten

Der illegale Markt lässt sich nicht mit derselben Datengrundlage erfassen wie erlaubte Angebote. Eine vom Blockchain Research Lab im Auftrag der GGL durchgeführte Untersuchung schätzte den Bruttospielertrag des untersuchten Online-Schwarzmarktes für 2024 auf 547 Millionen Euro. Grundlage war unter anderem eine nicht repräsentative Befragung von 2.000 Glücksspielenden. Rund 22,97 Prozent der erfassten Spielverluste entfielen auf illegale Anbieter.

Diese Quote bezieht sich auf die untersuchten Online-Glücksspiele. Sie beschreibt weder den gesamten deutschen Glücksspielmarkt einschließlich des stationären Geschäfts noch den Schwarzmarktanteil des Jahres 2026. Die Autoren benennen die begrenzte Repräsentativität ihrer Befragung ausdrücklich.

Für 2025 weist die GGL nach eigener Auskunft keine eigenständige neue Kennzahl zur Größe des illegalen Marktes aus. Sie verweist stattdessen auf die Studienergebnisse für 2024 und die Fortführung der Untersuchung.

Für die Marktbeobachtung bleiben damit zwei unterschiedliche Datengrundlagen: die erfassten Bruttospielerträge erlaubter Angebote und die Schätzungen zum Schwarzmarkt. Eine Addition von Werten aus verschiedenen Bezugsjahren würde keine belastbare Gesamtzahl für 2026 ergeben.

Häufige Fragen zum Glücksspielmarkt in Deutschland

Wie groß ist der Glücksspielmarkt in Deutschland?

Der erlaubte deutsche Glücksspielmarkt erreichte 2025 laut Gemeinsamer Glücksspielbehörde der Länder (GGL) rund 14,4 Milliarden Euro Bruttospielertrag. Dieser Wert umfasst Online-Angebote und stationäres Glücksspiel. Er beschreibt die Spieleinsätze abzüglich der Spielgewinne, nicht den Gewinn der Unternehmen nach Abzug ihrer Kosten.

Was bedeutet Bruttospielertrag?

Der Bruttospielertrag ist die Differenz zwischen den Spieleinsätzen und den Gewinnen der Teilnehmer. Er beschreibt nicht den Unternehmensgewinn nach Abzug sämtlicher Kosten.

Wo lassen sich erlaubte Online-Glücksspielanbieter prüfen?

Die amtliche Whitelist der GGL nennt erlaubte Veranstalter und Vermittler. Aus dem Eintrag geht hervor, für welche Glücksspielart eine Erlaubnis besteht. Eine Zulassung für Sportwetten deckt nicht automatisch andere Glücksspielangebote ab.

Warum werden Online-Casinospiele und virtuelle Automatenspiele getrennt ausgewiesen?

Der Glücksspielstaatsvertrag behandelt sie als unterschiedliche Spielarten. Online-Casinospiele umfassen etwa virtuelle Nachbildungen und Live-Übertragungen von Bankhalterspielen wie Roulette oder Blackjack. Virtuelle Automatenspiele bilden eine eigene Kategorie. Für Online-Casinospiele sind die Länder zuständig, für länderübergreifende virtuelle Automatenspiele die GGL.

Ist der Schwarzmarkt in den veröffentlichten Marktzahlen enthalten?

Die genannten 14,4 Milliarden Euro für 2025 erfassen ausschließlich den erlaubten Markt. Der Schwarzmarkt wird gesondert untersucht. Für 2025 weist die GGL keine neue eigenständige Größenangabe zum illegalen Markt aus. Sie verweist auf eine wissenschaftliche Untersuchung mit dem Bezugsjahr 2024. Deren Ergebnisse dürfen nicht als Schwarzmarktanteil des Jahres 2026 ausgegeben werden.

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