7. Oktober 2026

Doppelschlag gegen illegales Glücksspiel – Großeinsätze in Görlitz und Berlin-Neukölln

In gleich zwei deutschen Städten haben Polizei und Ermittlungsbehörden innerhalb weniger Tage mit koordinierten Razzien gegen illegales Glücksspiel und angrenzende Delikte durchgegriffen.

Das Bild zeigt sichergestellte Barwerte aus einem der Objekte in Görlitz.

Untersuchungshaft in Görlitz nach Durchsuchungen in elf Objekten

Wie die Polizeidirektion Görlitz und die Staatsanwaltschaft am 12. Juni mitteilten, wurden am Mittwoch und Donnerstag insgesamt elf Objekte durchsucht – darunter fünf Spielhallen. Diese wurden im Zuge der Maßnahme durch die Landesdirektion Sachsen geschlossen, ein weiterer Glücksspielbetrieb wurde unterbunden. Die Behörden stellten neben rund 190.000 Euro in Scheinen auch etwa 400 Kilogramm Münzgeld sicher, dazu Speichermedien, Mobiltelefone, Dokumente und ein Luxusfahrzeug im Wert von etwa 180.000 Euro.

Gegen den beschuldigten Unternehmer wurde inzwischen Untersuchungshaft angeordnet. Der Vorwurf lautet auf illegales Glücksspiel, Insolvenzverschleppung, Bankrott und Abgabenhinterziehung.

Parallelkontrollen in Berlin-Neukölln: Shisha-Bars, Glücksspielautomaten und Geldwäscheverdacht

Auch in Berlin-Neukölln fand am vergangenen Freitag ein behördenübergreifender Großeinsatz statt. Laut einem Bericht des Berliner Kurier (13. Juni) kontrollierten mehr als 50 Einsatzkräfte – darunter Zoll, Polizei, Steuerfahndung und das Ordnungsamt – sechs Lokale rund um die Sonnenallee. Dabei stießen sie auf eine Vielzahl mutmaßlicher Verstöße:

  • In einem Betrieb wurden Glücksspielautomaten ohne die vorgeschriebenen Sicherheitsmechanismen nach dem Glücksspielstaatsvertrag festgestellt. Der Laden wurde geschlossen.

  • In einer Shishabar trug ein Gast rund 25.000 Euro in bar bei sich – laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht auf Geldwäsche.

  • Zudem wurden über fünf Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak sowie Verstöße gegen die Verpackungskennzeichnung festgestellt.

In einem weiteren Fall wurde ein Lokal kontrolliert, das laut Berliner Kurier einer bekannten arabischen Großfamilie zugerechnet wird. Auch dort dokumentierten die Behörden zahlreiche Unregelmäßigkeiten. Ein polizeibekanntes Clanmitglied wurde an anderer Stelle kontrolliert – die Ermittlungen dauern an.

Ein Signal der Behörden – Fokus auf illegale Strukturen im Glücksspielsektor

Beide Einsätze verdeutlichen die anhaltenden Bemühungen der Ermittlungsbehörden, illegales Glücksspiel und damit verbundene Straftaten wie Steuerbetrug, Geldwäsche oder Verstöße gegen Aufenthalts- und Arbeitsrecht konsequent zu verfolgen. Besonders in urbanen Brennpunkten wie Berlin-Neukölln steht dabei auch die Verflechtung mit kriminellen Clanstrukturen im Fokus.

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