Berlin – Mit einem massiven Polizeieinsatz ist die Berliner Justiz am Montag gegen Strukturen des illegalen Glücksspiels vorgegangen. Wie unter anderem rbb24, die Berliner Morgenpost und die Tagesschau berichteten, durchsuchten rund 400 Einsatzkräfte der Polizei gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Staatsanwaltschaft sowie weiterer Behörden insgesamt 80 Objekte in mehreren Berliner Bezirken. Ziel der Aktion war es, kriminelle Strukturen im Bereich des nicht genehmigten Glücksspiels aufzudecken und Beweise zu sichern.
Die Razzien konzentrierten sich auf Lokale, Büros, Wohnungen sowie Garagen und Lagerstätten. Den Angaben zufolge geht es um ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der unerlaubten Veranstaltung von Glücksspielen sowie der Geldwäsche. Die Durchsuchungen fanden in Bezirken wie Neukölln, Mitte, Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg statt.
Die Aktion ist Teil einer längerfristigen Strategie der Berliner Strafverfolgungsbehörden, mit der insbesondere organisierte kriminelle Netzwerke in der Hauptstadt bekämpft werden sollen. Laut den Berichten zielte die Maßnahme auf ein sogenanntes „kriminelles Clanmilieu“, das im Verdacht steht, über Jahre hinweg illegale Spielangebote betrieben und damit erhebliche Vermögenswerte erzielt zu haben.
Gegenüber den Medien wurde erklärt, dass es sich bei den Durchsuchungen um einen Teil einer größeren Ermittlungsserie handele. Ermittelt werde insbesondere wegen Verstößen gegen das Glücksspielgesetz und wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Über die Zahl möglicher Festnahmen oder beschlagnahmter Beweismittel machten die Behörden mit Verweis auf laufende Ermittlungen bislang keine detaillierten Angaben.
Nach Einschätzung der Ermittlerinnen und Ermittler waren die illegalen Spielstätten oft hinter vermeintlich harmlosen gewerblichen Fassaden verborgen – etwa in als Cafés oder Vereinsräume getarnten Objekten. Dort sollen über längere Zeiträume Glücksspielgeräte ohne behördliche Zulassung betrieben worden sein. Die eingesetzten Beamten sicherten am Montag unter anderem elektronische Geräte, Bargeld und Geschäftsunterlagen.
Die Berliner Innenbehörde verfolgt seit mehreren Jahren eine gezielte Strategie zur Bekämpfung von Clan-Kriminalität und illegalem Glücksspiel. Das Zusammenspiel aus Polizei, Finanzämtern, Ordnungsbehörden und Staatsanwaltschaft gilt dabei als zentraler Hebel. Bereits in der Vergangenheit hatte Berlin in vergleichbaren Einsätzen mehrere Hunderttausend Euro Bargeld sowie Vermögenswerte in Millionenhöhe beschlagnahmt.
Auch die jetzige Maßnahme reiht sich ein in die Bemühungen, die kriminellen Geschäftsmodelle finanziell empfindlich zu treffen und die Akteure strukturell zu schwächen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Ergebnisse die aktuellen Ermittlungen zutage fördern werden und ob es zu Anklagen oder Vermögensabschöpfungen kommt.
Nach der großangelegten Razzia am Mittwoch, den 2. April 2025, gegen illegale Glücksspielstrukturen in Berlin haben Polizei und Justiz weitere Einzelheiten bekannt gegeben. Im Rahmen des koordinierten Einsatzes wurden rund 80 Objekte in verschiedenen Bezirken durchsucht, darunter mutmaßliche Spielstätten, Lager und Wohnräume.
Wie die Berliner Polizei mitteilt, waren neben 400 Einsatzkräften auch das Technische Hilfswerk sowie mehrere Behörden eingebunden – unter anderem zur Sicherstellung und zum Abtransport einer Vielzahl illegal betriebener Geldspielgeräte. Der logistische Aufwand sei erheblich gewesen, heißt es.
Dr. Felor Badenberg, Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz, betonte die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens und erklärte gegenüber der Polizei Berlin:
„Mit diesem Vorgehen im Verbund der Behörden setzen wir ein klares Zeichen gegen illegale Glücksspielstrukturen in Berlin. Diejenigen, die sich nicht an die gesetzlichen Regeln halten, müssen mit empfindlichen Sanktionen rechnen. Unsere gemeinsamen Anstrengungen beginnen schon in der niedrigschwelligen Gewinnabschöpfung des Ordnungswidrigkeitenverfahrens. Mein großer Dank gilt den vielen engagierten Einsatzkräften und allen Beteiligten, die durch ihre unermüdliche Arbeit für Sicherheit, Recht und Ordnung in unserer Stadt sorgen“.
Badenberg verwies auch auf den immensen volkswirtschaftlichen Schaden, der durch die Umgehung staatlicher Regulierung und mutmaßliche Geldwäsche entsteht. Nach Angaben der Behörden sei in dem aufgedeckten Fall ein mehrstelliger Millionenschaden entstanden.
Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) im Interview auf einem Bürgersteig vor einer der durchsuchten Cocktail-Bars in Schöneberg.
Gegenüber der Welt erklärte die Justizsenatorin zudem: „Geld ist der Motor der organisierten Kriminalität.“
Die Berliner Behörden setzen in ihrer Strategie neben strafrechtlicher Verfolgung verstärkt auf die konsequente Abschöpfung illegaler Gewinne, auch auf der Grundlage ordnungsrechtlicher Verfahren. Ziel sei es, die wirtschaftlichen Grundlagen krimineller Netzwerke substanziell zu entziehen und den illegalen Glücksspielbetrieb strukturell zu zerschlagen.
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