Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung lädt am 13. April 2026 ins Literaturhaus München. Im Zentrum stehen Fragen des menschlichen Risikoverhaltens, der Regulierung und des Verbraucherschutzes, zudem wird der Deutsche Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung 2026 vergeben.
Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung lädt am 13. April 2026 zu einem interdisziplinären Wissenschaftssymposium ins Literaturhaus München. Wie die Stiftung in einer über Presseportal verbreiteten Mitteilung ankündigt, steht die Veranstaltung unter dem Titel „Aspekte menschlichen Risikoverhaltens“. Im Rahmen des Symposiums wird der mit 30.000 Euro dotierte Deutsche Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung 2026 verliehen. Die Stiftung beschreibt das Format als öffentliche Fachveranstaltung, die sich nicht nur an etablierte Wissenschaftler, sondern ausdrücklich auch an Doktoranden, Postdocs und Masterstudierende richtet.
Inhaltlich will die Veranstaltung das Thema Glücksspiel deutlich breiter betrachten als nur durch die Brille der Suchtforschung. Laut der Mitteilung der Stiftung geht es um rechtswissenschaftliche, historische, ökonomische und verhaltenswissenschaftliche Perspektiven auf menschliches Risikoverhalten. Damit rücken auch Fragen nach Risikoperzeption, Entscheidungsverhalten, Verbraucherschutz unter realen Marktbedingungen und dem regulatorischen Menschenbild in den Fokus.
Das angekündigte Programm ist hochkarätig besetzt. Vorgesehen sind unter anderem folgende Beiträge:
Prof. Dr. Peter M. Huber, Bundesverfassungsrichter a.D. und Staatsrechtsprofessor an der LMU München, zur Bedeutung empirischer Evidenz für Judikative und Legislative
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Ulrich Gumbrecht, emeritiert an der Stanford University und tätig an der Hebrew University Jerusalem, zu Risikodenken als Voraussetzung intellektuellen Fortschritts
Prof. Dr. Andreas Rödder, Professor für Neueste Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, zu Wissenschaftsfreiheit und institutionellen Rahmenbedingungen
Prof. Dr. Darren Dahl, Dean der Sauder School of Business an der University of British Columbia, zu Neugier, Kreativität und Entscheidungsverhalten
Prof. Dr. Jack Mintz, President’s Fellow an der School of Public Policy der University of Calgary, zu Besteuerung, Glücksspiel und staatlichen Zielsetzungen
Prof. Dr. Marc Potenza, Professor an der Yale University, zu Lücken und künftigen Feldern der Suchtforschung
Gerade diese thematische Spannweite macht das Symposium für die Branche interessant. Die Stiftung argumentiert, Glücksspiel sei zwar eine der am stärksten regulierten Freizeitaktivitäten in Deutschland, wissenschaftlich aber noch immer nicht systematisch genug erschlossen. Der Anspruch des Symposiums ist deshalb, unterschiedliche Disziplinen zusammenzubringen und damit die Grundlage für eine stärker evidenzbasierte Diskussion über Regulierung und Verbraucherschutz zu legen.
Die Stiftung vergibt neben dem Deutschen Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung 2026 auch einen Deutschen Innovationspreis Glücksspielforschung mit 200.000 Euro . Der Geldpreis wird dabei laut Stiftung zu 70 Prozent an die nominierende Forschungseinrichtung und zu 30 Prozent an die berechtigten Autorinnen und Autoren beziehungsweise Forscher ausgezahlt.
Die Veranstalterseite macht zudem deutlich, worauf die Stiftung bei ihren Forschungspreisen besonderen Wert legt. Im Zentrum stehen demnach Arbeiten, die einen neuartigen wissenschaftlichen Beitrag zum Verständnis von Glücksspiel und Glücksspielstörungen leisten und zugleich Relevanz für das öffentliche Interesse sowie für Fragen des Verbraucherschutzes im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags entfalten.
Dass die Stiftung mit ihren Preisen auch praxisnahe Forschung sichtbar machen will, zeigte bereits die erste Vergabe des Nachwuchsforschungspreises im Jahr 2025. Wie die GlücksWirtschaft damals berichtete, wurde Dr. Lara Marie Rolvien vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ausgezeichnet. Prämiert wurde ihre Studie zu einer selbstgeführten internetbasierten Intervention zur Reduktion von Glücksspielsymptomen, also zu einem Ansatz, der insbesondere für niedrigschwellige Hilfsangebote relevant ist.
Für das Symposium im April spricht damit einiges. Die Veranstaltung setzt einen klaren Schwerpunkt auf das Thema Risikoverhalten, zeigt aber zugleich, wie eng Forschung, Regulierung und Verbraucherschutz im Glücksspiel miteinander verbunden sind. Wer die aktuellen Debatten der Branche nicht nur politisch, sondern auch wissenschaftlich verstehen will, dürfte den Termin in München im Blick behalten. Weitere Informationen zu Ausschreibung und Forschungspreisen stellt die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung auf ihrer Website bereit.
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