21. Mai 2026
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Gaming in Germany nimmt illegales Affiliate-Marketing ins Visier

Ein neues Webinar von Gaming in Germany rückt einen oft unterschätzten Treiber des Schwarzmarkts in den Fokus: illegales Affiliate-Marketing. Für den deutschen Markt ist das Thema auch regulatorisch hoch relevant.

„Gaming in Germany”-Initiator Willem van Oort

Die Veranstaltungsreihe Gaming in Germany will mit einem neuen Webinar einen Bereich beleuchten, der im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel oft im Schatten von Zahlungsblockaden, Sperrverfügungen und Vollzugsmaßnahmen steht: das illegale Affiliate-Marketing. Das Webinar mit dem Titel „The rise of illegal affiliate marketing explained: Methods & countermeasures“ findet am Donnerstag, 16. April 2026, ab 14.00 Uhr statt.

Sichtbarkeit wird zum Marktfaktor

Nach Angaben des Veranstalters hat Affiliate-Marketing in den vergangenen Jahren weiter an Bedeutung gewonnen, auch weil klassische Werbekanäle wie Rundfunk und Print stärker reguliert sind. Gerade im Online-Markt suchen Spieler häufig über Inhalte, Rankings, Vergleichsseiten und Suchergebnisse nach passenden Angeboten. Problematisch wird das dort, wo illegale Affiliate-Partnerschaften nicht nur die Sichtbarkeit unerlaubter Angebote erhöhen, sondern zugleich lizenzierte Anbieter und deren legale Partner im digitalen Wettbewerb zurückdrängen. Genau an diesem Punkt setzt das Webinar an.

Für die GlücksWirtschaft liegt darin der eigentliche Nachrichtenwert. Denn es geht nicht bloß um eine Spezialfrage des Online-Marketings, sondern um einen zentralen Mechanismus der Marktlenkung. Wer im Netz besser gefunden wird, gewinnt Reichweite, Aufmerksamkeit und am Ende oft auch Kundschaft. Im Glücksspielmarkt entscheidet diese Sichtbarkeit damit mit darüber, ob Spieler im regulierten Angebot landen oder auf Seiten ohne deutsche Erlaubnis ausweichen. Diese Debatte berührt also nicht nur Wettbewerb, sondern ebenso Kanalisierung und Spielerschutz.

GGL denkt die gesamte Kette inzwischen mit

Dass das Thema für Deutschland hoch relevant ist, zeigt der Blick auf die Linie der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die GGL hat Mitte März die Ergebnisse ihrer Schwarzmarkt-Studie veröffentlicht. Demnach liegt das Marktvolumen unerlaubter und damit nicht regulierter Online-Glücksspiele bei 22,97 Prozent, die Kanalisierungsquote bei 77,03 Prozent. Zugleich betont die Behörde ausdrücklich, dass sie die gesamte Wertschöpfungskette des illegalen Online-Glücksspiels adressiert, von Spieleherstellern und Anbietern über Zahlungsdienstleister bis hin zu Marketing- und Plattformstrukturen.

Damit reicht die deutsche Debatte längst über die Frage hinaus, wie einzelne illegale Betreiber blockiert oder verfolgt werden können. Im Fokus steht zunehmend auch, über welche digitalen Wege unerlaubte Angebote überhaupt Sichtbarkeit und Reichweite gewinnen. Genau hier dockt das Webinar an. Was auf den ersten Blick wie ein Nischenthema aus dem SEO- und Affiliate-Umfeld wirkt, ist aus regulatorischer Sicht Teil einer größeren Strategie zur Eindämmung des Schwarzmarkts.

Mehr als ein SEO-Thema

Der Punkt ist auch deshalb brisant, weil illegales Affiliate-Marketing nicht isoliert funktioniert. Es ist eingebettet in Suchmaschinen, Plattformen, Content-Netzwerke und internationale Online-Strukturen. Laut Veranstalter agieren Offshore-Anbieter und die mit ihnen verbundenen illegalen Affiliate-Partner in der Regel europaweit oder sogar global. Entsprechend richtet sich das Webinar nicht nur an Deutschland, sondern ausdrücklich auch an regulierte oder bald regulierte Märkte wie Spanien, die Niederlande und Finnland.

Für die Branche ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung. Einerseits müssen legale Anbieter und ihre Partner im digitalen Wettbewerb sichtbar bleiben. Andererseits wächst der Druck auf Regulierer und Plattformen, gegen jene Strukturen vorzugehen, die illegale Reichweite systematisch stützen. Der Kampf gegen den Schwarzmarkt wird damit auch zu einem Kampf um Auffindbarkeit, digitale Präsenz und die Frage, welche Inhalte in Suchumfeldern überhaupt dominant erscheinen.

Webinar mit praktischer Branchenperspektive

Inhaltlich ist das Webinar mit mehreren Perspektiven besetzt. Erwartet werden Timothy Malmros Genach von Magenti Media, Dr. Andreas Ditsche von iGaming.com sowie Frank op de Woerd, Chefredakteur von CasinoNieuws. Die nächste Gaming in Germany Conference ist darüber hinaus bereits für den 10. November 2026 in Berlin angekündigt.

Unterm Strich macht die Meldung vor allem eines deutlich: Die Bekämpfung illegalen Glücksspiels entscheidet sich nicht nur bei Zahlungsströmen, Verboten und Vollzugsmaßnahmen. Sie beginnt vielfach schon dort, wo Spieler Angebote entdecken, vergleichen und anklicken. Dass Gaming in Germany dieses Thema nun ausdrücklich in den Mittelpunkt rückt, ist deshalb mehr als ein Veranstaltungshinweis. Es ist ein Hinweis darauf, dass sich die Auseinandersetzung mit dem Schwarzmarkt immer stärker in den digitalen Vorraum des eigentlichen Angebots verlagert.

Hier geht es zur Webinar-Anmeldung.

Referenten

  • Timothy Malmros Genach, SEO-Experte, Magenti Media

  • Dr. Andreas Ditsche, Geschäftsführer, iGaming.com

  • Frank op de Woerd, Chefredakteur, CasinoNieuws

  • Maarten Haijer, Generalsekretär, EGBA

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