22. Januar 2026
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GGL warnt vor illegalem Online-Glücksspiel und veröffentlicht neue Broschüre

Rund um Feiertage steigt die Online-Nutzung, damit auch das Risiko für illegales Glücksspiel. Die GGL legt eine neue Broschüre vor, mit Tipps zum Erkennen und Melden.

GGL warnt vor illegalem Online-Glücksspiel und veröffentlicht neue Broschüre

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sieht rund um Feiertage regelmäßig einen erhöhten Zulauf zu Online-Glücksspielangeboten. Genau in dieser Phase steigt nach Einschätzung der Behörde auch das Risiko, dass Verbraucherinnen und Verbraucher unbeabsichtigt bei illegalen Anbietern landen. Die GGL warnt deshalb ausdrücklich vor der Teilnahme an unerlaubtem Online-Glücksspiel.

Neue Broschüre soll Orientierung geben

Als Reaktion hat die GGL eine neue Informationsbroschüre veröffentlicht: „Illegales Glücksspiel im Internet, Erkennen, Vermeiden, Melden“. Laut GGL richtet sich das Angebot nicht nur an Spielerinnen und Spieler, sondern auch an Beschäftigte in Präventions- und Beratungseinrichtungen, die Betroffene im Alltag unterstützen.

Kernbotschaft der Behörde: Illegale Online-Angebote unterliegen keiner staatlichen Kontrolle. Damit fehlen zentrale Schutzmechanismen, die im legalen Markt vorgeschrieben sind.

Was illegale Angebote so gefährlich macht

Die GGL nennt mehrere typische Risiken. Illegale Plattformen bieten demnach keinen wirksamen Jugend- und Spielerschutz, keine verlässlichen Einsatz- oder Verlustgrenzen, außerdem kein transparentes Beschwerde- oder Auszahlungsverfahren. Hinzu komme ein erhöhtes Risiko für Datenmissbrauch, finanzielle Verluste und manipulative Spielmechanismen.

Wichtig ist auch der Blick auf die Methoden, mit denen Schwarzanbieter arbeiten. Laut GGL setzen sie gezielt auf irreführende Gestaltung und Anreizmechanismen, um Spielende zu binden und gesetzliche Schutzvorgaben zu umgehen. Genau diese Strategien erläutert die Broschüre, damit Nutzer problematische Angebote früh erkennen und meiden können.

Erkennen, vermeiden, melden

Die Broschüre verfolgt laut GGL drei Ziele: Sie soll erklären, wie illegale Angebote eindeutig erkannt werden können, warum diese Angebote erhebliche Risiken bergen, und wie verdächtige Anbieter gemeldet werden können. Die Veröffentlichung steht ab sofort als Download bereit, eine Printversion soll nach Angaben der Behörde Anfang 2026 folgen.

Die neue Broschüre kommt in einer Phase, in der sich der Kampf gegen den Schwarzmarkt nicht nur auf Betreiber richtet, sondern zunehmend auch auf Werbewege und Plattformen. Wer tiefer einsteigen will: In der GlücksWirtschaft haben wir die Schnittstelle zwischen Plattformökonomie und illegalen Angeboten bereits in den Hintergrund-Artikel „Big Tech, Fortune 500 und der Schwarzmarkt: Eine unheilige Allianz“ (Gastbeitrag Christian Heins – Director iGaming, Tipico) sowie „Glücksspiel-Schwarzmarkt - wer kümmert sich?“ und „Was gilt als illegales Glücksspiel?” aufgegriffen.

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