21. Mai 2026
Veröffentlicht am

Hamburgs Glücksspielmarkt ist im Wandel - Stabile Steuereinnahmen bei deutlichen Verschiebungen

Der Staat gewinnt immer: Hamburg hat 2025 bei den Glücksspielsteuern leicht zugelegt, doch hinter dem Plus verbirgt sich ein deutlicher Strukturwandel. Während die Lotteriesteuer stabil das Fundament bildet und virtuelle Automatenspiele kräftig wachsen, geben Sportwetten und Online-Poker deutlich nach.

Die Hansestadt Hamburg kann für das Jahr 2025 eine positive Bilanz bei den Einnahmen aus der Rennwett- und Lotteriesteuer ziehen. Das Bild ist aus Hamburger Fiskalsicht stabil, jedoch deutlich differenziert. Mit Gesamteinnahmen von rund 88,6 Millionen Euro wurde das Vorjahresniveau von etwa 87,0 Millionen Euro leicht übertroffen. Der Zuwachs fällt mit knapp 1,6 Millionen Euro beziehungsweise rund 1,8 Prozent moderat aus, signalisiert jedoch eine gewisse Konsolidierung nach den Umbrüchen der vergangenen Jahre, die insbesondere durch die Regulierung neuer Online-Glücksspielformen geprägt waren. Das Spielverhalten der Hamburger hat sich spürbar verändert. Ein genauerer Blick auf die einzelnen Steuerarten offenbart gegenläufige Entwicklungen innerhalb des Gesamtaufkommens.

Die Lotteriesteuer bildet weiterhin das Fundament der Fiskalträge. Mit 66,26 Millionen Euro trägt sie den Löwenanteil zum Gesamtaufkommen bei und konnte im Vergleich zu 2024, wo sie 65,49 Millionen Euro betrug, leicht zulegen. Bemerkenswert ist hier die Konstanz über das Jahr hinweg: Mit Spitzenwerten im ersten und vierten Quartal zeigt sich das klassische Lotto- und Lotteriegeschäft weitgehend resistent  gegenüber konjunkturellen Schwankungen.

Auffällig dynamisch entwickelte sich hingegen die Steuer auf virtuelle Automatenspiele. Hier stiegen die Einnahmen von rund 6,4 Millionen Euro auf etwa 8,7 Millionen Euro, was einem kräftigen Plus von über 35 Prozent entspricht. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich dieses Segment nach seiner Einführung im Zuge der Glücksspielneuregulierung weiter etabliert und an Bedeutung gewinnt. Es kompensiert damit teilweise die Rückgänge in anderen Bereichen.

Im Kontrast dazu steht die Entwicklung bei den Sportwetten. Hier musste Hamburg einen Steuerrückgang von etwa zehn Prozent hinnehmen. Die Einnahmen aus diesem Segment sanken von 13,95 Millionen  Euro im Jahr 2024 auf 12,56 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Dieser Rückgang um etwa zehn Prozent könnte auf eine Kombination aus regulatorischen Effekten, veränderten Wettgewohnheiten oder auch einer Verschiebung hin zu anderen Spielformen zurückzuführen sein. Besonders auffällig ist der Einbruch in der zweiten Jahreshälfte: Während das zweite Quartal 2025 mit 5,01 Millionen Euro noch herausragend stark war, sanken die Einnahmen im vierten Quartal auf einen Tiefstand von nur noch 1,88 Millionen Euro.

Auch das Online-Poker hat für die Hamburger Steuerbehörden ein wenig an Relevanz verloren. Die Einnahmen zeigen eine leicht rückläufige Tendenz. Mit einem Rückgang von 1,15 Millionen Euro auf rund 1,05 Millionen Euro bleibt es ein Nischenmarkt, der im Vergleich zum rasanten Wachstum der virtuellen Automaten stagniert. Die Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass das Wachstumspotenzial  in dem Bereich begrenzt ist oder dass sich der Markt noch nicht vollständig stabilisiert hat.

Die Zahlen für 2025 zeichnen das Bild eines Hamburger Marktes im Umbruch. Während die traditionelle Lotterie die Basis sichert, findet das reale Wachstum im virtuellen Raum statt. Dass die Gesamtsumme trotz der Verluste bei Sportwetten gestiegen ist, verdankt die Stadt allein dem Boom der Online-Automaten. Hamburg profitiert zwar von der Digitalisierung des Glücksspiels, wird sich aber künftig auf schwankungsanfälligere Steuerströme einstellen müssen. Die strukturelle Verschiebung innerhalb des Glücksspielmarktes setzt sich damit fort und dürfte auch in den kommenden Jahren die Entwicklung der Steuereinnahmen maßgeblich prägen.

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