Nach Kritik an der geplanten Doppelspitze bei Lotto Rheinland-Pfalz ist die Personalie entschieden. Christian Baldauf wird neuer Geschäftsführer, Alexander Schweitzer räumt Fehler in der Kommunikation ein.
Christian Baldauf, neuer Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz
Christian Baldauf wird neuer Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz. Der Aufsichtsrat der Lottogesellschaft sprach sich in einer außerordentlichen Sitzung in Mainz einstimmig für den früheren CDU-Landeschef und ehemaligen Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion aus. Damit bleibt es bei Lotto Rheinland-Pfalz bei einer Geschäftsführung.
Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, folgt Baldauf Anfang Juni auf den bisherigen Geschäftsführer Jürgen Häfner. Häfner hatte die Lottogesellschaft mit Sitz in Koblenz zwölf Jahre lang geleitet und scheidet Ende Mai aus dem Amt aus.
Ursprünglich hatten sich CDU und SPD in Rheinland-Pfalz darauf verständigt, die Führungsspitze von Lotto Rheinland-Pfalz zu erweitern. Statt eines Geschäftsführers sollte es künftig zwei Geschäftsführer geben. Neben Baldauf war demnach auch der frühere Landtagspräsident Hendrik Hering von der SPD für einen Posten vorgesehen.
Diese Pläne hatten erhebliche Kritik ausgelöst, unter anderem von der Opposition und vom Bund der Steuerzahler. Hering entschied sich daraufhin, das Angebot nicht anzunehmen. CDU und SPD rückten anschließend von der geplanten Doppelspitze ab.
SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer hat inzwischen Fehler in der Kommunikation eingeräumt. Wie die Rheinpfalz unter Berufung auf dpa/lrs berichtet, sagte Schweitzer in Mainz: „Die Kommunikation dazu war nicht gut.“ Schweitzer hatte für die SPD die Koalitionsverhandlungen mit der CDU geführt.
Hendrik Hering gegenüber der dpa: “Es war ein Fehler von mir, dass ich diese Möglichkeit in Betracht gezogen habe.”
Nach seiner Darstellung sei die Doppelspitze eine gemeinsame Position beider Koalitionspartner gewesen. Zunächst sei jedoch nur der Name Christian Baldauf bekanntgeworden. Erst später wurde öffentlich, dass auch ein zweiter Geschäftsführerposten für Hendrik Hering vorgesehen war. Dadurch sei eine „kommunikative Unwucht“ entstanden.
Nach seiner Berufung erklärte Baldauf laut dpa/lrs, Lotto Rheinland-Pfalz stehe für Seriosität, Vertrauen und soziale Verantwortung. Er wolle die erfolgreiche Arbeit der Gesellschaft fortsetzen und die Spielangebote zeitgemäß weiterentwickeln. Dabei nannte er insbesondere Digitalisierung, Spielerschutz und die Bekämpfung illegalen Glücksspiels.
Baldauf legt sein Landtagsmandat zum 31. Mai nieder. Ein entsprechendes Schreiben sei nach Angaben eines Parlamentssprechers bei der Landtagsverwaltung eingegangen. Der Politiker aus Frankenthal gehörte dem rheinland-pfälzischen Landtag seit 2001 an.
Die Debatte zeigt, wie sensibel Personalentscheidungen bei staatlich geprägten Glücksspielunternehmen politisch wahrgenommen werden. Lotto Rheinland-Pfalz befindet sich mehrheitlich im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz.
Die Lottogesellschaft führt staatliche Lotterien in Rheinland-Pfalz durch und schüttet regelmäßig Mittel für soziale, kulturelle und sportliche Zwecke aus. Gerade deshalb stehen Führungsentscheidungen nicht nur unter wirtschaftlicher, sondern auch unter politischer Beobachtung.
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