18. Februar 2026
Veröffentlicht am
Autor*in

Mit besserem Wettprogramm die Illegalität bekämpfen

Wettprogramm: Ein stark limitiertes Wettprogramm schadet dem legalen Markt und dem Fiskus. Mathias Dahms, Präsident des Deutschen Sportwettenverbandes (DSWV), fordert ein umfangreicheres Wettprogramm, wie es auch in anderen Staaten gang und gäbe ist. Exklusiv für die GlücksWirtschaft geht er ins Detail.

Wir haben heute ein Schutzniveau, von dem wir vor Jahren noch nicht einmal zu träumen wagten.

Wetten in Deutschland war noch nie so sicher und geschützt wie heute im legalen Markt. Denn klar ist: Der stärkste Partner für den Spielerschutz – das sind die legalen Anbieter, das sind die Mitglieder im DSWV.

Mathias Dahms, Präsident des DSWV

Nun kommt leider das große „Aber“, denn: Der beste Spielerschutz bringt nichts, wenn er überbordend ist und die Wünsche der Spieler selbst nicht respektiert. An zu vielen Stellen geht die Regulierung an der Realität vorbei, beispielsweise sei die Einschränkung des Wettprogramms genannt: In Deutschland können wir nur etwa 13 Prozent der Sportwettbewerbe anbieten, auf die man in Großbritannien wetten kann. Das frustriert viele Sportwetter in Deutschland – und was macht man, wenn man nicht mehr auf seinen Lieblingssport Tischtennis-Bundesliga wetten darf? Nein, dann wettet man stattdessen nicht einfach auf Fußballspiele oder Basketball, sondern viele wetten dann weiter auf die Tischtennis-Bundesliga, aber eben bei illegalen Wettseiten, im Schwarzmarkt. Viele spielen also auf Seiten ohne Limits, ohne Sperren, ohne Kontrolle – und ganz nebenbei bemerkt – auch ohne, dass daraus Steuereinnahmen für den Staat entstehen.

Was wenn man nicht mehr auf seinen Lieblingssport Tischtennis-Bundesliga wetten darf? Nein, dann wettet man stattdessen nicht auf andere Sportarten, sondern viele wetten weiter auf die Tischtennis-Bundesliga – aber eben bei illegalen Wettseiten, im Schwarzmarkt.

Folgen des Spielerfrusts

Genau das ist die große Gefahr, die leider bereits zu sehen ist: Spielerschutz darf nicht zu Spielerfrust führen – denn Spielerfrust führt leider zu oft zur Abwanderung in den Schwarzmarkt. Denn die Nachfrage verschwindet nicht – sie wird vom Schwarzmarkt aufgesogen. Wasser sucht sich immer seinen Weg und die Spieler das Angebot, das ihnen wirklich Spaß macht.

Wir gehen heute davon aus, dass etwa 30 bis 40 Prozent des Marktvolumens der Sportwette im Schwarzmarkt bei illegalen Anbietern stattfinden. Die Kanalisierung der Wett-Interessierten in den legalen Markt ist ein klar benanntes Ziel des Glücksspielstaatsvertrages – dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn wir legalen Anbieter dem Schwarzmarkt ein attraktives Angebot entgegenstellen können.

Die Forderung nach einem größeren Wettangebot umfasst auch Wetten auf E-Sports als stark wachsender Markt.

Schwarzmarktbekämpfung

Zur Schwarzmarktbekämpfung gehören höhere Quoten dank niedrigerer Wettsteuer, dazu gehören mehr Sportarten und mehr Ligen, dazu gehören Wetten auf E-Sports, dazu gehören vor allem aber mehr Live-Wetten, diese sind ein zentrales Nutzungserlebnis für viele unserer Wettkunden.

Die Erkenntnis, dass die Regulierung ihr Ziel aktuell nicht erreicht, einen ausreichend attraktiven legalen Markt zu schaffen und die Kunden in diesen zu lenken, wird langsam immer mehr Politikern bewusst. Diese Politiker verstehen, dass die Balance zwischen Spielerschutz und attraktivem Angebot keine Kür ist, sie ist Pflicht. Spielerschutz und attraktives Produktangebot dürfen nicht als Gegensätze gedacht werden – sie sind zwei Seiten derselben Medaille. Denn nur wer ein attraktives legales Angebot schafft, kann Spieler im regulierten Markt halten – und so echten Schutz bieten.

Das Wettprogramm im Ländervergleich:
Das Diagramm zeigt den Umfang der im legalen Markt bewettbaren Sportarten und Wettbewerbe
auf. Bezugsgröße ist das Wettangebot in Großbritannien.

Legale Anbieter verdienen Vertrauen

Wir können hier ruhig mehr vertrauen: Der mündige Verbraucher weiß, was er möchte und wo er das findet – und er sollte es bei einem legalen Wettanbieter finden können. Und die legalen Wettanbieter verdienen Vertrauen, weil sie einen starken und effektiven Spielerschutz ermöglichen. Dies sollte gleichzeitig mehr Freiräume für Anbieter und Verbraucher ermöglichen – zum Beispiel bei der Einzahlungshöhe und bei der Breite des Wettangebots.
Der beste Spielerschutz ist und bleibt ein starkes legales Angebot.

Hintergrundinformation:
Marktöffnung ermöglichen – Gesellschaftswetten

Der Eurovision Song Contest begeistert regelmäßig die Massen vor Ort und an den Bildschirmen. Viele hätten gerne auf ihren Favoriten gewettet, wie der DSWV in einem Blog-Beitrag im Mai anmerkte. In vielen Staaten Europas sind zusätzlich zu den Sportwetten auch Wetten auf gesellschaftliche Events möglich. Würde der Regulierer der vorhandenen Nachfrage nachkommen, gäbe es ein Plus beim Spielerschutz und bei den Steuereinnahmen.

Eurovision Song Contest

Tags

Auf Social Media teilen

Autor*in

Das könnte Sie auch interessieren

Lotto Baden-Württemberg zieht Bilanz 2025
Lotto Baden-Württemberg zieht Bilanz 2025
Lotto Baden-Württemberg zieht Bilanz für 2025 und berichtet über Spieleinsätze, ausgezahlte Gewinne sowie Zweckabgaben für das Gemeinwohl. Drei Millionengewinne warten darauf abgeholt zu werden.
Artikel lesen
BW-Kabinett gibt grünes Licht für GlüStV-Update
BW-Kabinett gibt grünes Licht für GlüStV‑Update
Baden-Württemberg will den Vollzug gegen illegale Glücksspielangebote schärfen: Der Ministerrat stimmte dem Änderungsstaatsvertrag zum GlüStV 2021 zu, mit IP-Blocking und erweiterten Abfragen.
Artikel lesen
Bonusbetrug mit gestohlenen Identitäten
Mit gestohlenen Identitäten sollen zwei Beschuldigte Bonuswetten und Credits bei FanDuel und anderen Plattformen missbraucht haben. Die US-Justiz spricht von rund 3 Mio. US-Dollar Schaden.
Artikel lesen