New York ordnet seinen Casino-Markt neu: Ein offizielles Auswahlpapier des Gaming Facility Location Board empfiehlt drei Großprojekte in Queens und der Bronx, verbunden mit Milliardeninvestitionen, hohen Steuerquoten und strengen Auflagen für Arbeitsplätze, Community-Benefits und Spielerschutz.
New York stellt seinen Glücksspielmarkt neu auf. Wie aus dem offiziellen „Selection Document“ des New York Gaming Facility Location Board vom 1. Dezember 2025 hervorgeht, empfiehlt das Gremium drei Projekte für die sogenannten Downstate-Casino-Lizenzen: Bally’s Bronx, Hard Rock Metropolitan Park in Queens und Resorts World New York City am bisherigen Standort Aqueduct.
Die Grundlage ist eine Verfassungsänderung aus dem Jahr 2013, mit der der Bundesstaat bis zu sieben kommerzielle Casinos erlaubt hat. Zunächst wurden vier Standorte in strukturschwachen Regionen im Norden des Bundesstaates realisiert, nun folgen drei Lizenzen im wirtschaftlich besonders attraktiven Großraum New York City. Für jede Lizenz gilt laut Auswahlverfahren eine Mindestgebühr von 500 Millionen US-Dollar und ein Mindestinvestitionsvolumen von ebenfalls 500 Millionen US-Dollar.
Das Board startete 2023 mit einem zweistufigen Verfahren. Zunächst mussten Interessenten in einem Request-for-Applications-Prozess nachweisen, dass sie die gesetzlichen Kriterien erfüllen. Parallel wurden für jedes Projekt Community Advisory Committees eingesetzt, die öffentliche Anhörungen durchführten und die lokale Unterstützung bewerteten. Nur wer eine Zweidrittelmehrheit in diesem Gremium erreichte und die planungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllte, durfte in die Endauswahl. Von acht Bewerbungen blieben am Ende drei übrig, nachdem MGM Yonkers sein Projekt zurückgezogen hatte.
Bewertet wurde nach vier Blöcken: wirtschaftliche Effekte und Geschäftsentwicklung (70 Prozent), Standort- und Kommunalwirkung (10 Prozent), Arbeitsmarkt- und Nachhaltigkeitsaspekte (10 Prozent) sowie Diversität in Belegschaft und Führung (10 Prozent). Unterlegt wurden die Entscheidungen durch externe Gutachten zu Marktpotenzial, Finanzierungsstruktur, Bauplänen und möglichen Verdrängungseffekten.
Bally’s Bronx plant ein integriertes Resort am Golfplatz Ferry Point mit einem Investitionsvolumen von rund 2,3 Milliarden US-Dollar. Vorgesehen sind 3.500 Slotmaschinen, 210 Tischspiele, ein Hotel mit 507 Zimmern, Eventflächen und umfangreiche Gastronomie. Bally’s sagt 3.500 Vollzeitstellen zu und will 70 Prozent der Beschäftigten aus dem New Yorker Stadtbezirk Bronx rekrutieren. Ein Community-Benefit-Fonds soll jährlich mindestens 15 Millionen US-Dollar aus einem Prozent des Bruttospielertrags erhalten.
Hard Rock Metropolitan Park entsteht als Großprojekt neben dem Baseballstadion Citi Field in Queens. Das Joint Venture von Hard Rock (Seminole Tribe of Florida) und Mets-Eigentümer Steve Cohen sieht Investitionen von 5,3 Milliarden US-Dollar vor. Geplant sind 5.000 Slots, 375 Tische, zwei Hoteltürme mit 1.000 Zimmern, ein Hard-Rock-Live-Entertainment-Tempel sowie mehr als 25 Acres neue öffentliche Grünflächen. Hard Rock will knapp 4.000 Vollzeit- und über 2.000 Teilzeitjobs schaffen, mit mehrheitlich lokaler und stark diverser Belegschaft. Das Paket an Community-Leistungen und Infrastrukturmaßnahmen wird auf mehr als 760 Millionen US-Dollar bewertet, hinzu kommt ein langfristiger Community-Impact-Fonds.
Resorts World New York City schließlich soll vom bestehenden Video-Lottery-Standort zum vollwertigen Casino ausgebaut werden. Vorgesehen sind Investitionen von rund 3,3 Milliarden US-Dollar, eine Erweiterung auf mindestens 4.635 Slotmaschinen und 534 Tische sowie ein deutlich ausgebautes Hotelangebot mit insgesamt knapp 2.000 Zimmern und einer neuen Arena mit 7.000 Plätzen. Resorts World könnte bereits 2026 mit dem Casino-Betrieb starten und hätte damit einen deutlichen Zeitvorteil gegenüber den beiden anderen Projekten. Das Unternehmen bietet zugleich die höchste Steuerlast an: 56 Prozent auf Slots und 30 Prozent auf Tischspiele. Das Board macht im Dokument klar, dass seine Empfehlung ausdrücklich auf diesen hohen Steuersätzen basiert und warnt vor nachträglichen Absenkungen.
Nach Berechnungen der vom Board beauftragten Berater könnte der gesamte Downstate-Markt mit den drei Projekten bis 2033 einen Bruttospielertrag von rund 5,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Für den Zeitraum 2027 bis 2036 werden zusätzliche Glücksspielsteuern von etwa 7 Milliarden US-Dollar erwartet, hinzu kommen 1,5 Milliarden US-Dollar an Lizenzgebühren. Weitere staatliche und kommunale Steuern wie Grund-, Umsatz- oder Übernachtungssteuern werden auf etwa 5,9 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ein großer Anteil der Einnahmen ist zweckgebunden für den Verkehrsbetrieb Metropolitan Transportation Authority (MTA) und für Bildung.
Das Selection Document betont neben den fiskalischen Effekten auch qualitative Anforderungen. Die ausgewählten Anbieter müssen ambitionierte Ziele bei lokaler Beschäftigung, Diversität und Tarifbindung einhalten. Zugleich fordert das Board deutlich stärkere Maßnahmen gegen problematisches Spielverhalten, als bislang von den Bewerbern vorgelegt wurden. New York setzt damit auf wenige, große und eng regulierte Casino-Resorts mit hohen Steuerquoten und umfangreichen Community-Benefits.
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