Nordrhein-Westfalen hat 2025 deutlich weniger Steuern aus dem legalen Glücksspiel eingenommen als im Vorjahr. Hauptgrund war der starke Rückgang bei der Sportwettensteuer, während die Lotteriesteuer als wichtigste Einnahmequelle vergleichsweise stabil blieb.
Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Steuern aus dem legalen Glücksspiel eingenommen als im Jahr 2024. Der GlücksWirtschaft sagte ein Sprecher des Finanzministerium, dass das Gesamtaufkommen rund 557,9 Millionen Euro betragen habe. Im Jahr 2024 seien noch etwa 622,0 Millionen Euro erzielt worden. Damit ergibt sich ein Minus von rund 64 Millionen Euro beziehungsweise knapp zehn Prozent. Der Rückgang betrifft nahezu alle Bereiche des Glücksspielmarktes. In den einzelnen Segmenten fällt das Minus jedoch unterschiedlich stark aus.
Besonders stark fällt die Entwicklung bei der Sportwettensteuer ins Gewicht. Sie gilt als der Haupttreiber des Rückgangs. Während die Einnahmen hier im Jahr 2024 noch bei rund 141,5 Millionen Euro lagen, sanken sie 2025 auf etwa 83,8 Millionen Euro. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang von rund 41 Prozent und erklärt einen Großteil der insgesamt geringeren Steuereinnahmen. Das Finanzministerium meint, es könnte „gegebenenfalls“ mit den sportlichen Großereignissen wie der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen zusammenhängen. Die sportliche Ausnahmesituation hätten eventuell zu überdurchschnittlich hohen Wettumsätzen geführt. Im Jahr 2025 haben vergleichbare Impulse gefehlt, sodass eine Normalisierung auf niedrigerem Niveau eingesetzt habe.
Vergleichsweise stabil sei dagegen die Situation bei der Lotteriesteuer gewesen. Sie habe weiterhin die wichtigste Einnahmequelle im Bereich der Glücksspielabgaben darstellt. Zwar gingen die Einnahmen auch dort leicht zurück, von rund 424,5 Millionen Euro im Jahr 2024 auf etwa 419,8 Millionen Euro im Jahr 2025. Der Anteil am Gesamtaufkommen der Glücksspielsteuer in NRW sei aber weiterhin dominant. Die Entwicklung in dem Segment deute auf eine insgesamt konstante Nachfrage hin.
Rückgang der Steuereinnahmen bei nahezu allen Glücksspielsteuerarten in unterschiedlicher Größenordnung.
Quelle: Finanzministerium Nordrhein‑Westfalen
Auch in den neueren Bereichen des regulierten Online-Glücksspiels ist ein leichter Rückgang zu beobachten. Die Einnahmen aus der virtuellen Automatensteuer beliefen sich nach Angaben des Finanzministeriums 2025 auf rund 46,9 Millionen Euro, nach etwa 48,0 Millionen Euro im Vorjahr. Ähnlich habe es sich bei der Online-Pokersteuer verhalten. Sie sei von rund 7,5 Millionen Euro auf etwa 6,9 Millionen Euro gesunken. Die Steuer auf andere Rennwetten habe mit Einnahmen von rund 505.500 Euro im Jahr 2025 (nach etwa 586.400 Euro im Jahr 2024) weiterhin nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
In der Gesamtbetrachtung zeigt sich damit ein klarer Trend: Während die meisten Segmente nur moderate Rückgänge verzeichnen, ist es vor allem der Einbruch bei den Sportwetten, der das Gesamtbild prägt. Detaillierte Angaben zu den Gründen konnte das Finanzministerium nicht machen.
Insgesamt verdeutlichen die Zahlen, dass die Glücksspielsteuereinnahmen in Nordrhein-Westfalen zwar weiterhin auf hohem Niveau liegen, jedoch spürbar von äußeren Faktoren wie dem internationalen Sportkalender beeinflusst werden.
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