Das Steueraufkommen aus dem legalen Glücksspiel in Thüringen ist im vergangenen Jahr leicht gesunken – ein Trend ist aber nicht zu erkennen.
Im vergangenen Jahr nahm der Freistaat genau 46.418.339 Euro an Steuern aus dem Glücksspiel ein. Im Jahr zuvor lagen die Gesamteinnahmen aus der spezifischen Steuer bei 48.113.523 Euro, sagte ein Sprecher des Thüringer Finanzministeriums der GlücksWirtschaft. Das entspricht einem Rückgang von rund 3,5 Prozent. Es deutet auf eine moderate Abschwächung, jedoch nicht auf einen strukturellen Einbruch hin.
Trotz des zweistelligen Millionenbetrages für das Erfurter Steuersäckel erscheint der Anteil von nur 0,3 Prozent am Gesamthaushalt von 13,5 bis 14 Milliarden Euro auf den ersten Blick zwar gering und ist keine tragende Säule der Landesfinanzierung. Trotzdem ist er aber durchaus substanziell. Die Einnahmen sind relativ stabil und werden für gemeinnützige Zwecke ausgegeben. So erhält der Landessportbund Thüringen signifikante Mittel für den Breitensport, die Sanierung von Sportstätten und die Nachwuchsförderung. Weitere Gelder fließen für den Erhalt von Thüringer Kulturdenkmälern und die Unterstützung von Kunstprojekten, in Projekte zur Erhaltung der Thüringer Wald- und Kulturlandschaften. Ferner werden soziale Einrichtungen und Verbände, zum Beispiel die Liga der freien Wohlfahrtspflege, unterstützt. Außerdem kommt das Land seiner Pflicht nach, durch das legale Glücksspiel erzielte Einnahmen in die Finanzierung von Suchtberatungsstellen, Suchtprävention, Aufklärungskampagnen und Forschungsprojekte zur Prävention zu verwenden. Dafür ist ein fester Teil der Mittel reserviert.
Den mit Abstand größten Anteil am Steueraufkommen aus dem legalen Glücksspiel stellt die Lotteriesteuer dar, die im Jahr 2025 Einnahmen in Höhe von etwa 33 Millionen Euro generierte. Damit macht sie etwa 71 Prozent des Gesamtaufkommens aus. Im Vergleich zum Vorjahr war das Segment weitgehend stabil. Innerhalb des Jahres 2025 sticht insbesondere das zweite Quartal mit etwa 8,7 Millionen Euro als stärkste Phase hervor. Die Einnahmen aus Lotterien setzen sich sowohl aus originären Steuereinnahmen als auch aus den bundesweiten Zerlegungsanteilen zusammen.
Bei den Sportwetten ist das Steueraufkommen deutlicheren zurückgegangen. Es sank von 8,9 Millionen im Jahr 2024 auf 8,1 Millionen Euro im Jahr 2025. Besonders auffällig ist der starke Einbruch im vierten Quartal 2025, in dem lediglich knapp 981.000 Euro eingenommen wurden. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Niveau der übrigen Quartale.
Die Einnahmen aus der Besteuerung virtueller Automatenspiele sowie aus Online-Poker fallen im Vergleich dazu deutlich geringer aus und basieren in Thüringen ausschließlich auf Zerlegungsbeträgen, der anteiligen Verteilung des bundesweiten Steueraufkommens. Die virtuelle Automatensteuer ging leicht von 4,7 Millionen Euro auf etwa 4,6 Millionen Euro zurück, während die Online-Pokersteuer von rund 739.000 Euro auf etwa 671.000 Euro sank. Beide Segmente zeigen damit ebenfalls eine leicht rückläufige Tendenz.
Insgesamt ist die Entwicklung des Glücksspielsteueraufkommens moderat rückläufig, aber weiterhin stabil. Trotz des leichten Rückgangs bleibt das Glücksspiel eine verlässliche Einnahmequelle für den Landeshaushalt.
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