Der VfB Stuttgart und sein Ex-Trikotsponsor Winamax treffen sich im April 2026 vor dem Landgericht Stuttgart wieder. Im Raum stehen 2,75 Millionen Euro und ein Sponsoring-Eklat rund um das DFB-Pokalfinale 2025, berichtet der Kicker.
Zwischen dem VfB Stuttgart und seinem früheren Trikotsponsor Winamax eskaliert der Streit um ausstehende Sponsorenzahlungen. Wie das Fußballfachmagazin Kicker berichtet, werden sich beide Seiten im Frühjahr 2026 vor dem Landgericht Stuttgart wiedersehen. Ein Sprecher des Gerichts bestätigte dem Magazin zufolge, dass der erste Termin zur Hauptverhandlung auf Donnerstag, 2. April 2026, angesetzt ist.
Im Kern geht es um Geld und um die Umstände eines abrupten Sponsorwechsels unmittelbar vor einem sportlichen Höhepunkt. Der VfB hatte sich Ende Mai 2025 überraschend entschieden, im DFB-Pokalfinale gegen Arminia Bielefeld nicht mehr mit dem Logo des französischen Wettanbieters Winamax aufzulaufen, sondern bereits den künftigen Hauptsponsor Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf dem Trikot zu präsentieren.
In einer damaligen Vereinsmitteilung, auf die der Kicker verweist, begründeten die Stuttgarter diesen Schritt als aus unternehmerischer Sicht erforderlich. Zugleich betonte der Klub, man hätte sich „eine andere, wertschätzende Form des Ausklangs“ der bestehenden Partnerschaft mit Winamax gewünscht. Hintergrund sollen laut Kicker ausstehende Zahlungen des Wettanbieters gewesen sein.
Winamax wiederum sah sich nach den Angaben des Magazins vom Bundesligisten „zum wiederholten Male ungerecht behandelt“. Kritikpunkt des Sponsors war demnach unter anderem, dass man aus den Medien erfahren habe, der Verein wolle den Vertrag auslaufen lassen. Zudem sei der Nachfolger LBBW bereits auf der Mitgliederversammlung 2024 öffentlich von VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle präsentiert worden, obwohl der laufende Vertrag mit Winamax noch nicht ausgelaufen war.
Der VfB zog wegen offener Forderungen vor das Landgericht Stuttgart. Wie der Kicker berichtet, hat das Gericht den Streitwert auf 2,75 Millionen Euro festgesetzt. Vertraglich soll Winamax zwischen 8 und 8,5 Millionen Euro pro Saison an den Verein zahlen, ein Niveau, das im Bundesliga-Vergleich im oberen Mittelfeld der Trikotsponsorings angesiedelt ist. Der neue Vertrag mit der LBBW bewege sich laut Bericht in einer ähnlichen Größenordnung.
Der Konflikt ist jedoch längst keine einseitige Klage mehr. Winamax hat nach Informationen des Kicker eine Widerklage erhoben. Anfang Dezember 2025 fand beim Landgericht ein nicht öffentlicher Organisationstermin statt, bei dem die Parteien und das Gericht den Ablauf und die Struktur des Verfahrens abgestimmt haben, auch mit Blick auf landesspezifische Unterschiede zwischen den beteiligten Rechtssystemen.
Mit der nun terminierten öffentlichen Hauptverhandlung gewinnt der Streit eine neue Dimension. Vor Gericht wird es nicht nur um die Frage gehen, ob und in welcher Höhe noch Zahlungen aus dem Sponsoringvertrag fällig sind, sondern auch um die Bewertung des Verhaltens beider Parteien rund um den abrupten Sponsorwechsel kurz vor dem DFB‑Pokalfinale.
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