Beim Parlamentarischen Abend der Automatenwirtschaft in Wiesbaden hat Hessens Ministerpräsident Boris Rhein für attraktivere Rahmenbedingungen für legale Glücksspielangebote geworben. Aus seiner Sicht müssen Spielerschutz und ein wettbewerbsfähiger legaler Markt miteinander verbunden werden.
DAW-Gruppenfoto v.l.n.r.: 1. Vorsitzender HMV Michael Wollenhaupt, Ministerpräsident Boris Rhein, DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker, Landtagspräsidentin Astrid Wallmann, 2. Vorsitzender HMV Michael Stang und DAW-Länderbeauftragter Andreas Rey
Hessen will die Wettbewerbsfähigkeit lizenzierter Glücksspielanbieter stärken und gleichzeitig den Kampf gegen illegale Angebote fortsetzen. Das wurde beim Parlamentarischen Abend des Hessischen Münzautomaten-Verbands (HMV) und der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW) am 2. September in Wiesbaden deutlich.
Neben Ministerpräsident Boris Rhein nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik, Behörden und der Automatenwirtschaft an der Veranstaltung teil.
Rhein betonte in seiner Ansprache, dass der Staat den Spieltrieb mit einem wirksamen Spielerschutz verbinden müsse. Gleichzeitig seien attraktive legale Angebote notwendig, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen.
Nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten kommt dabei der Wettbewerbsfähigkeit der lizenzierten Anbieter eine zentrale Bedeutung zu. Regulierung müsse deshalb daraufhin überprüft werden, ob sie den legalen Markt unnötig schwäche.
Rhein sprach sich dafür aus, lizenzierte Anbieter von Regulierungsvorschriften zu entlasten. Ziel müsse es sein, einen legalen Markt zu schaffen, der für Verbraucher attraktiv bleibt und gleichzeitig einen wirksamen Schutz gewährleistet.
Auch die Deutsche Automatenwirtschaft stellte beim Parlamentarischen Abend die Auswirkungen der aktuellen Regulierung in den Mittelpunkt.
DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker verwies auf die bevorstehende Novellierung der Spielverordnung. Aus Sicht der Automatenwirtschaft seien bessere Rahmenbedingungen für legale Anbieter erforderlich. Die derzeit verfügbaren Geldspielgeräte würden nach Einschätzung des Verbandes teilweise nicht ausreichend den Bedürfnissen der Spieler entsprechen.
Stecker sieht darin ein mögliches Risiko für die Marktkanalisierung. Wenn legale Angebote weniger attraktiv seien, könne dies die Nachfrage nach illegalen und nicht geschützten Angeboten begünstigen.
Gleichzeitig betonte die Automatenwirtschaft die Bedeutung eines konsequenten Vorgehens der Behörden gegen illegales Glücksspiel.
Der Vorsitzende des Hessischen Münzautomaten-Verbands, Michael Wollenhaupt, verwies auf die Entwicklung des legalen Spielhallenmarktes in Hessen.
Nach seinen Angaben hat sich die Zahl der legalen Spielhallenkonzessionen seit 2012 nahezu halbiert. Gleichzeitig stünden legale Anbieter einem wachsenden illegalen Markt gegenüber.
Neben den regulatorischen Anforderungen wurden auch steigende Spielapparatesteuern als Belastung für die Branche angesprochen. Nach Einschätzung des HMV stoßen insbesondere mittelständische und familiengeführte Betriebe dadurch zunehmend an wirtschaftliche Grenzen.
Die Aussagen aus Wiesbaden fallen in eine für die Glücksspielbranche wichtige Phase. Die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 steht 2026 im Mittelpunkt der politischen und fachlichen Debatte. Dabei wird auch die Frage eine Rolle spielen, wie gut es gelingt, Glücksspiel in einen legalen und kontrollierten Markt zu lenken.
Die Diskussion über attraktive legale Angebote ist dabei eng mit dem Ziel der Marktkanalisierung verbunden. Die amtliche Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder führt die Veranstalter und Vermittler auf, die über eine entsprechende Erlaubnis oder Konzession verfügen.
Für die weitere Entwicklung der Regulierung wird damit entscheidend sein, wie Spielerschutz, Vollzug gegen illegale Angebote und die Wettbewerbsfähigkeit legaler Anbieter miteinander verbunden werden können.
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