Polizei Bremen lässt 85 illegale Spielautomaten und Wettterminals zerstören. Rund 300.000 Euro Technik aus Razzien, 150.000 Euro eingezogen, Vermögensabschöpfung im Millionenbereich.
Die Polizei Bremen hat nach eigenen Angaben im Februar insgesamt 85 illegale Geldspielgeräte sowie unerlaubte Sportwettterminals vernichten lassen. Der geschätzte Gesamtwert lag bei rund 300.000 Euro. Die Geräte stammten demnach aus Durchsuchungen und Razzien im Bremer Stadtgebiet aus den Jahren 2018 bis 2021.
Warum die Vernichtung erst jetzt erfolgt, erklärt die Polizei mit dem Verfahrensstand: Rund 25 Verfahren seien inzwischen rechtskräftig abgeschlossen gewesen, erst dann konnten die Geräte als Tatmittel mit Unterstützung des THW zerstört werden.
Parallel zur Hardware steht auch Geld im Fokus: Aus den Automaten seien insgesamt etwa 150.000 Euro staatlich eingezogen worden. Zudem berichtet die Bremer Polizei von vollstreckten Vermögensarresten von bis zu 440.000 Euro je Ermittlungsverfahren, insgesamt liege die Vermögensabschöpfung im Millionenbereich.
Ein Ende ist damit nicht in Sicht. Laut Polizei warten knapp 200 weitere Spielgeräte auf ihre Vernichtung, zugleich kämen wöchentlich neue hinzu. Der Hinweis zeigt, wie dynamisch der Markt für nicht zugelassene Geräte bleibt, und wie lang der „Rattenschwanz“ nach Kontrollen in der Praxis sein kann.
In der Mitteilung betont die Polizei, dass die sichergestellten Geräte nicht zugelassen gewesen seien und damit zentrale Vorgaben zum Spielerschutz nicht erfüllt hätten, etwa durch ununterbrochenes Spiel ohne Pausen und teils deutlich erhöhte Einsätze. Außerdem seien Steuern nicht abgeführt worden.
Auch Sportwetten ordnet die Polizei klar ein: Wetten dürften nur bei Anbietern mit gültiger Konzession für Deutschland abgeschlossen werden, die zugelassenen Anbieter seien auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verzeichnet.
Dass es bei Maßnahmen gegen illegale Geräte nicht beim reinen „Abtransport“ bleibt, hatte zuletzt auch ein Fall aus Wiesbaden verdeutlicht, über den die GlücksWirtschaft berichtete: Dort ging es nach Beschlagnahmen ebenfalls um die Auswertung der Geräte und um mögliche fiskalische Folgen. Wie auch in Wiesbaden, wollen die Behörden in Bremen den Druck auf den illegalen Glücksspielmarkt weiterhin hochhalten.
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