16 Razzien im Februar: 2026 bleibt über dem Vorjahresschnitt. NRW führt, Sachsen meldet die erste Ost-Razzia des Jahres. Pro Kopf bleiben Stadtstaaten vorn. Gesamt: 134 Razzien seit 01.01.2025.
Im Februar 2026 wurden im Razzia-Tracker 16 Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel erfasst. Damit liegt der Monat zwar knapp unter den 18 Razzien aus dem sehr starken Januar 2026, bleibt aber weiterhin klar über dem Monatsdurchschnitt 2025 von rund 9 Razzien pro Monat.
Zusammengenommen kommen Januar und Februar 2026 damit bereits auf 34 Einsätze. Das ist in nur zwei Monaten rund ein Drittel des gesamten Vorjahresvolumens – ein guter Indikator dafür, dass 2026 (mindestens in der bisherigen Schlagzahl) deutlich über 2025 liegen könnte. Zur Einordnung: Im Januar-Report wurden 18 Einsätze ausgewiesen; der Tracker ist jedoch ein laufendes System, das fortlaufend aktualisiert und nachverifiziert wird.
Rein rechnerisch ergibt sich aus den ersten beiden Monaten (Ø 17 Einsätze/Monat) eine grobe Hochrechnung von knapp 200 Maßnahmen für 2026. Solche Projektionen sind bei diesen geringen Zahlen keine verlässliche Prognose, zeigen aber die Größenordnung, wenn das Tempo stabil bliebe.
Die 16 Februar-Einsätze verteilen sich vor allem auf westdeutsche Länder und die Stadtstaaten. Spitzenreiter war Nordrhein-Westfalen mit 4 Maßnahmen im Februar sowie Schleswig Holstein mit 3 Maßnahmen und schiebt sich dadurch mit 11 Razzien seit dem 01.01.2025 auf Rang 4 aller 16 Bundesländer.
Auffällig ist, dass im Februar mehrere unterschiedliche „Vollzugstypen“ sichtbar werden: von kommunalen Kontrollen mit Präventions- und Ordnungsfokus bis hin zu klassischen Polizeizugriffen. Ein Beispiel ist Rheinfelden (Baden-Württemberg), wo Stadt, Polizei und Suchthilfe 20 Betriebe mit Geldspielautomaten in den Blick nahmen und dabei Verstöße feststellten, während in Hilden (NRW) eine illegale Runde beendet und Bargeld sichergestellt wurde.
Auch die „Druck-Strategie“ der Behörden wird in einzelnen Fällen deutlich: In München kontrollierte ein Großaufgebot über 20 Sportbars und Wettbüros – mit dem erklärten Ziel, Präsenz zu zeigen und den Kontrolldruck hochzuhalten.
Der Februar bringt eine kleine, aber symbolisch wichtige Veränderung: Sachsen taucht mit einer Maßnahme in der Monatsstatistik auf und schiebt sich mit gerade Mal zwei Razzien in 14 Monaten an die Spitze der ostdeutschen Flächenländer, zieht aber auch gleich mit Rheinland-Pfalz, dem klaren Schlusslicht der westdeutschen Bundesländer. In Görlitz wurden Objekte durchsucht und Spielautomaten beschlagnahmt – die erste bekannte Glücksspiel-Razzia in den ostdeutschen Bundesländern im Jahr 2026.
Trotz dieses Signals bleibt das strukturelle Muster bestehen, welches die GlücksWirtschaft schon für 2025 herausgearbeitet hat: ein deutliches West-Ost-Gefälle bei den öffentlich sichtbaren Maßnahmen. Der 2025er Rückblick betont dabei ausdrücklich: Wenige oder keine Einträge bedeuten nicht automatisch, dass es keinen Schwarzmarkt gibt – vielmehr können Unterschiede im Vollzug, in der Prioritätensetzung oder auch in der Kommunikationspraxis eine Rolle spielen.
Die Stadtstaaten bleiben zudem in der relativen Betrachtung überrepräsentiert. Die 2025-Auswertung zeigte Stadtstaaten deutlich über dem nationalen Pro-Kopf-Schnitt. Auch im Februar zeigt sich dieser Effekt wieder: Berlin verzeichnete zwei Maßnahmen, Hamburg eine.
Setzt man die erfassten Maßnahmen ins Verhältnis zur Bevölkerung, bleibt die Rangfolge der „Vollzugs-Hotspots“ stabil: Stadtstaaten und kleinere Länder erreichen deutlich höhere Quoten pro eine Million Einwohner als große Flächenländer.
Bremen bleibt im Vergleich zur Januar-Auswertung pro Kopf klar an der Spitze. Hamburg legt durch Februar weiter zu, Berlin schiebt sich durch zwei Februar-Maßnahmen sichtbar nach oben. Große Flächenländer wie Bayern oder Baden-Württemberg haben zwar mittlerweile ebenfalls zweistellige Gesamtstände seit 01.01.2025, liegen pro Kopf aber weiterhin unter dem nationalen Durchschnitt – ein Muster, das schon im Jahresrückblick 2025 so beschrieben wurde.
Ein weiterer Indikator für die anhaltende Konzentration: Bereits 2025 vereinten NRW, Hessen und Niedersachsen zusammen mehr als die Hälfte aller dokumentierten Maßnahmen auf sich. Auch im erweiterten Zeitraum bis Ende Februar 2026 bleiben diese Länder im Gesamtbild mit rund 50 Prozent aller bekannten Maßnahmen besonders prägend.
Der Razzia-Tracker erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er bildet das ab, was über Polizeimeldungen, Presseberichte und redaktionelle Hinweise dokumentierbar ist; die tatsächliche Zahl von Maßnahmen dürfte höher liegen – insbesondere dort, wo Verfahren nicht öffentlich kommuniziert werden oder sich der Vollzug in schwer sichtbare Bereiche (z. B. Online-Strukturen) verlagert.
Gleichzeitig liefert der Razzia-Tracker genau dadurch einen Mehrwert: Er schafft erstmals ein überregionales, fortlaufendes Lagebild, das regionale Schwerpunkte und Lücken sichtbar macht und damit eine datenbasierte Debatte darüber ermöglicht, ob Vollzug und Schwarzmarktdynamik zueinander passen.
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