7. Oktober 2026

Der Razzia-Tracker Januar 2026: Zahlen & Fakten je Bundesland

18 Razzien im Januar: Der Jahresstart 2026 liegt deutlich über dem Schnitt. Der Razzia-Tracker zeigt regionale Schwerpunkte, aber auch weiterhin große Lücken im Osten.

Der Razzia-Tracker Januar 2026: Zahlen & Fakten je Bundesland

Alle dokumentieren Razzien aus dem Razzia-Tracker vom 01.01.2025 bis 31.01.2026 als Übersicht je Bundesland.

Im Januar 2026 konnte die GlücksWirtschaft im Razzia-Tracker 18 Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel dokumentieren, deutlich mehr als der Monatsdurchschnitt des Vorjahres. Hochgerechnet auf das Jahr würde diese Schlagzahl rund 216 Razzien in 2026 bedeuten, weit über den 99 Fällen in 2025. Die bisherigen Daten zeigen weiterhin einen klaren Schwerpunkt im Westen und in den Stadtstaaten, während große Teile Ostdeutschlands nach wie vor weiße Flecken bleiben.

Starker Jahresauftakt über dem Vorjahresniveau

Bereits in den ersten Wochen des neuen Jahres überschritt der Razzia-Tracker die Marke von 100 erfassten Einsätzen seit dem 1. Januar 2025. Zum Monatsende Januar 2026 waren es kumuliert 117 dokumentierte Razzien seit Start des Razzia-Trackers, ein Zuwachs von fast 20 % innerhalb eines Monats. Mit 18 registrierten Einsätzen liegt der Januar 2026 deutlich über dem Vorjahresmittel von ca. 9 Razzien pro Monat.

Verteilung auf die Bundesländer im Januar

Die 18 Januar-Razzien verteilen sich vollständig auf westdeutsche Bundesländer und Stadtstaaten, in Ostdeutschland fand keine einzige behördliche Aktion sichtbar statt. Spitzenreiter im Januar waren Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit jeweils 4 Einsätzen. Zusammen entfielen damit über 40 % aller Januar-Fälle auf diese beiden Länder. Es folgen Bayern und Schleswig-Holstein mit 3 Razzien sowie Baden-Württemberg mit 2. Die Stadtstaaten Bremen und Hamburg steuerten je 1 Einsatz bei.

Auffällig sind dabei einige Verschiebungen gegenüber 2025: So verzeichnet Bayern mit 3 Razzien allein im Januar bereits mehr als die Hälfte seines Vorjahreswerts (5), möglicherweise ein Signal in einem Bundesland, das 2025 noch deutlich unter dem Durchschnitt lag. Auch Niedersachsen zeigt einen kräftigen Jahresstart: Mit 4 neuen Einsätzen erhöht sich die Gesamtzahl dort auf 13, was bereits fast die Hälfte aller dokumentierten Fälle in ganz Norddeutschland ausmacht. Baden-Württemberg setzt seinen Vollzug mit 2 weiteren Fällen fort (insgesamt 8 seit 2025), während Hessen, im Vorjahr noch einer der Top-3-Standorte, im Januar überraschend ohne neuen Fall blieb. Ebenfalls ohne neuen Eintrag blieben Berlin (2025: 8 Razzien) sowie sämtliche ostdeutsche Flächenländer. Damit konzentrierten sich 100 % der bekannten Vollzugsmaßnahmen im Januar auf Westdeutschland und die Stadtstaaten.

Stadtstaaten und Westen weiter vorn, Osten bleibt zurück

Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung, bestätigt sich das vertraute Bild: Die Stadtstaaten und einige kleinere Länder liegen weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von jetzt ca. 1,4 Razzien pro Million Einwohner (zuvor ~1,2). Insbesondere Bremen baut seinen relativen Vorsprung nochmals aus:

  • Bremen: ~10,0 Razzien pro 1 Mio. Einwohner (7 Fälle bei 0,7 Mio. Ew.), bereits 2025 führend mit ~8,6 Razzien pro Mio., jetzt zweistellig.

  • Hamburg: ~4,4 pro 1 Mio. Einwohner (8 Fälle bei 1,8 Mio. Ew.), leicht gestiegen durch eine weitere Razzia im Januar.

  • Berlin: ~2,2 pro 1 Mio. Einwohner (8 Fälle bei 3,6 Mio. Ew.) – ebenfalls unverändert und über dem Schnitt, allerdings ohne neuen Einsatz in 2026.

Neben den Statdstaaten liegt nun auch Niedersachsen mit ~1,6 Razzien pro Mio. Einwohner (13 Fälle bei 8,0 Mio. Ew.) knapp über dem Bundesschnitt, nachdem dort im Januar mehrere Aktionen stattfanden. Die meisten Flächenländer im Westen nähern sich dem Durchschnitt an, bleiben aber teils noch darunter, etwa Baden-Württemberg (0,7) und Bayern (0,6) pro Mio. Einwohner, trotz ihrer zusätzlichen Einsätze der letzten Wochen.

Im Osten hingegen setzt sich der Trend des Vorjahres fort: Große Teile Ostdeutschlands kommen in der Statistik weiterhin kaum oder gar nicht vor. Sachsen steht inklusive 2025 weiterhin bei lediglich einer dokumentierten Razzia (~0,25 pro Mio. Ew.), und in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde seit Tracker-Start kein einziger Vorfall öffentlich bekannt. Die regionale Schere bleibt damit deutlich: 115 der 117 erfassten Maßnahmen seit 2025 entfallen auf westdeutsche Länder oder die Stadtstaaten, während die ostdeutschen Flächenländer (bis auf je einen Fall in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen) komplett brach liegen

Bleibt die Schlagzahl hoch?

Der Jahresauftakt 2026 lässt vermuten, dass die Behörden den Druck auf den illegalen Glücksspielmarkt erhöhen, zumindest in einigen Regionen. Ob die hohe Zahl von 18 Razzien im Januar ein Ausreißer bleibt oder den Auftakt zu einem Rekordjahr markiert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Fest steht: Der Razzia-Tracker macht die Vollzugsaktivitäten transparenter und erlaubt erstmals einen systematischen Blick auf regionale Schwerpunkte und Lücken im Kampf gegen illegales Glücksspiel. Wie schon 2025 wird dabei deutlich, wo der Rechtsstaat besonders engagiert durchgreift und wo noch Handlungsbedarf besteht. Wir werden die Entwicklung weiter monatlich begleiten.

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