13 Razzien im Juni, 89 im ersten Halbjahr 2026: Der Razzia-Tracker der GlücksWirtschaft erreichte damit fast den gesamten Vorjahreswert. Der Osten bleibt klar im Hintertreffen.
Mit 89 dokumentierten Maßnahmen im ersten Halbjahr 2026 hat der Razzia-Tracker der GlücksWirtschaft fast schon den kompletten Vorjahreswert erreicht. Im gesamten Jahr 2025 waren 100 Razzien und Kontrollen mit Glücksspielbezug erfasst worden. Nach sechs Monaten fehlt 2026 also nur noch ein Abstand von 11 Fällen zu dieser Marke. Der Juni selbst brachte 13 neue Maßnahmen und liegt damit auf dem Niveau des März, unter dem Mai, aber weiter klar über dem ruhigeren April.
Damit bekommt der Monatsbericht diesmal zwangsläufig eine zweite Ebene: Neben dem Juni-Wert steht nun auch eine belastbare Halbjahresbilanz. Und die fällt deutlich aus. Würde das bisherige Tempo anhalten, käme 2026 auf rund 178 dokumentierte Maßnahmen. Das wären knapp 78 Prozent mehr als im Gesamtjahr 2025.
Die Zahl von 89 Fällen zwischen Januar und Juni 2026 zeigt, wie hoch das Niveau des laufenden Jahres bislang liegt. Im Monatsdurchschnitt kam der Tracker damit auf rund 14,8 Maßnahmen. Nach 19 Fällen im Januar, 16 im Februar, 13 im März, 10 im April, 17 im Mai und nun 13 im Juni ergibt sich ein Bild, das nicht von einzelnen Ausreißern lebt, sondern von einer über Monate stabilen Schlagzahl.
Besonders bemerkenswert ist der Vergleich mit 2025. Das erste Halbjahr 2026 erreichte bereits 89 Prozent des kompletten Vorjahreswerts. Sollte sich dieses Muster fortsetzen, dürfte 2026 das bisherige Jahresniveau klar hinter sich lassen. Schon zur Jahresmitte deutet damit vieles auf ein deutlich intensiveres Vollzugsjahr hin.
Auch im Juni zeigte sich das bekannte Muster, allerdings mit einer kleinen Verschiebung. Von den 13 dokumentierten Maßnahmen entfielen 9 auf westdeutsche Flächenländer, 3 auf Stadtstaaten und 1 auf ein ostdeutsches Flächenland. Dieser eine Ost-Fall ist bemerkenswert, weil Sachsen-Anhalt nun erstmals im Razzia-Tracker auftaucht. Ausschlaggebend war die Magdeburger Polizeimeldung zu einem Kontrolleinsatz, bei dem auch nicht zugelassene Glücksspielautomaten festgestellt wurden.
Im Monatsbild lag damit der Westen erneut klar vorn. Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein kamen im Juni jeweils auf 2 Maßnahmen. Je 1 Fall entfiel auf Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Berlin, Bremen, Hamburg und eben Sachsen-Anhalt.
Für die ostdeutschen Flächenländer bleibt die Halbjahresbilanz dennoch schwach. Seit Januar kamen sie zusammen nur auf 2 Fälle, einer in Sachsen, einer in Sachsen-Anhalt. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen blieben 2026 bislang komplett ohne neuen Eintrag.
Der Blick auf das erste Halbjahr zeigt die regionale Schieflage noch deutlicher als der einzelne Monat. Von den 89 dokumentierten Maßnahmen des Jahres 2026 entfielen 70 auf westdeutsche Flächenländer, 17 auf Stadtstaaten und nur 2 auf ostdeutsche Flächenländer. Anders gesagt: Fast vier von fünf Fällen kamen aus Westdeutschland, nicht einmal jeder vierzigste aus dem Osten.
Diese Verteilung prägt den Razzia-Tracker seit Monaten. Zwar hatte der Juni mit Sachsen-Anhalt eine kleine Veränderung gebracht, an der Grundtendenz änderte das aber kaum etwas. Die ostdeutschen Flächenländer bleiben in der Statistik weiterhin eine Randgröße, während sich der sichtbare Vollzug gegen illegales Glücksspiel vor allem auf Nordrhein-Westfalen, Hessen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und einzelne Stadtstaaten konzentriert.
Im Halbjahresvergleich 2026 führt Nordrhein-Westfalen mit 19 dokumentierten Maßnahmen die Statistik weiter an. Dahinter folgen Hessen und Schleswig-Holstein mit jeweils 12 Fällen. Baden-Württemberg und Niedersachsen stehen bei 9, Bayern bei 8, Hamburg bei 7. Die Stadtstaaten kommen zusammen auf 17 Maßnahmen und bleiben damit trotz ihrer kleineren Einwohnerzahlen auffällig sichtbar.
Der Juni selbst veränderte die Reihenfolge an der Spitze nicht mehr grundlegend, bestätigte aber das bekannte Bild: Nordrhein-Westfalen bleibt der dauerhafte Schwerpunkt in absoluten Zahlen, Hessen hält sein hohes Niveau, Schleswig-Holstein bleibt für ein vergleichsweise kleines Land auffällig präsent.
Im Verhältnis zur Einwohnerzahl stechen weiter vor allem die Stadtstaaten hervor. Auf Basis des Gesamtzeitraums seit dem 1. Januar 2025 liegt Bremen mit Abstand an der Spitze. Dort ergeben sich rund 15,7 Fälle je eine Million Einwohner. Es folgen Hamburg mit rund 7,8 sowie Schleswig-Holstein und Hessen, die ebenfalls deutlich über vielen größeren Flächenländern liegen.
Gerade dieser Pro-Kopf-Blick verschiebt die Perspektive. Große Länder wie Nordrhein-Westfalen dominieren zwar die absoluten Zahlen, doch kleinere Länder und Stadtstaaten fallen im Verhältnis zur Bevölkerung oft noch stärker auf. Das gilt besonders für Bremen, das trotz seiner geringen Größe konstant hohe Sichtbarkeit im Tracker entwickelt.
Bis Ende Juni summiert sich der Razzia-Tracker damit auf 189 dokumentierte Maßnahmen seit dem 1. Januar 2025, davon 100 im Jahr 2025 und 89 im ersten Halbjahr 2026. Allein diese Gegenüberstellung macht deutlich, wie stark das laufende Jahr bislang ist. Das erste Halbjahr 2026 hat den Vorjahreswert fast eingeholt, obwohl noch sechs Monate ausstehen.
Für die Bewertung des Juni ist deshalb weniger entscheidend, ob 13 Maßnahmen leicht über oder unter dem Monatsdurchschnitt lagen. Wichtiger ist, dass sich das hohe Niveau des Jahres insgesamt bestätigt hat. 2026 läuft nach sechs Monaten klar auf ein neues Hoch zu, zugleich bleibt der Vollzug regional sehr ungleich verteilt. Der Westen dominiert, die Stadtstaaten bleiben pro Kopf besonders sichtbar, und der Osten schafft es auch mit dem ersten Sachsen-Anhalt-Fall nur punktuell in die Statistik.
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