13 Razzien im März: Das starke Tempo sinkt, das Quartal bleibt stark. NRW mit drei Razzien am aktivsten, Berlin und Hamburg je zwei. Osten ohne neue Fälle. Gesamt: 148 Razzien seit 01.01.2025.
Alle dokumentierten Razzien aus dem Razzia-Tracker vom 01.01.2025 bis 31.03.2026 als Übersicht je Bundesland. Der Razzia-Tracker der GlücksWirtschaft dokumentiert behördliche Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel (z. B. Durchsuchungen, Beschlagnahmen, Ermittlungen) und verifiziert fortlaufend Berichte aus offiziellen Quellen, Medien und Polizeimeldungen.
Im März 2026 wurden im Razzia-Tracker 13 Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel erfasst. Damit schließt der März 2026 schwächer als Januar (19) und Februar (16), doch das Gesamtbild bleibt dynamischer als in 2025: Das 1. Quartal 2026 kommt damit insgesamt bereits auf 48 Einsätze.
Zur Einordnung: Im Jahresrückblick 2025 wurden 99 dokumentierte Fälle ausgewertet, somit bietet das erste Quartal 2026 fast die Hälfte der Einsatze des Jahres 2025.
Eine grobe Hochrechnung auf Basis des bisherigen 2026-Tempos ist naturgemäß nur eine Größenordnung: Wer den Q1-Schnitt (Ø 16 pro Monat) linear fortschreibt, landet bei rund 190–200 Maßnahmen im Gesamtjahr 2026, was grob einer Verdopplung der Maßnahmen entspräche.
Die 13 März-Einsätze verteilen sich erneut klar auf Westdeutschland und die Stadtstaaten. Nordrhein-Westfalen führt den Monat mit 3 Maßnahmen an. Dahinter folgen Berlin und Hamburg mit jeweils 2 Maßnahmen. Je 1 Einsatz verzeichnen Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Im Osten kommt im März kein neues Ereignis hinzu. Das Muster passt zur Grundbeobachtung aus den bisherigen Auswertungen: Sichtbarer Vollzug konzentriert sich stark auf bestimmte Länder, während andere Regionen in der öffentlichen Statistik kaum auftauchen.
Im Vergleich zum Februar 2026 macht Hamburg einen Platz gut und überholt Bayern. Niedersachsen könnte nach einem razziafreiem März vom dritten Rang verdrängt werden im April.
Wie schon im Februar zeigen sich im Tracker nicht nur klassische „Zugriffe“, sondern sehr unterschiedliche Vollzugstypen – von Großlagen mit vielen Behörden bis zu städtischen Einsatzlagen, die durch Hinweise oder Kontrollschwerpunkte ausgelöst werden.
Besonders sichtbar war im März Berlin: Bei einer großangelegten Aktion wurden laut Bericht 74 Standorte durchsucht, rund 400 Einsatzkräfte verschiedener Behörden waren beteiligt, die 120 Spielautomaten sicherstellten.
In Hamburg und Bremen gab es zudem Einsätze, die zeigen, wie eng mutmaßlich illegale Spielangebote mit städtischen Räumen verknüpft bleiben können (u. a. nach Bürgerhinweisen, mit Durchsuchungen und Sicherstellungen).
Diese Beispiele erklären auch, warum Stadtstaaten im Tracker regelmäßig auffällig sind: hohe Dichte, kurze Wege, sichtbare Kontrolllagen – und häufig eine entsprechend aktive Öffentlichkeitskommunikation.
Der März bestätigt das West-Ost-Gefälle, das die GlücksWirtschaft bereits in der 2025-Auswertung deutlich herausgearbeitet hat: In den ostdeutschen Flächenländern ist im Tracker insgesamt weiterhin kaum Aktivität dokumentiert; neue Einträge kamen im März keine hinzu.
Wichtig bleibt die Einordnung, die die GlücksWirtschaft ausdrücklich betont: Wenige oder keine Einträge bedeuten nicht automatisch „kein Schwarzmarkt“, sondern können auch auf Unterschiede in Vollzugspraxis, Prioritäten oder Kommunikationsverhalten zurückgehen.
In der 2026er Dynamik bleibt der Osten im Wesentlichen auf dem Stand der Februar-Beobachtung: Die erste Ost-Razzia 2026 bleibt weiterhin Sachsen (Görlitz) – im März kam dort wohl kein weiterer Fall hinzu.
Setzt man die Gesamtzahl seit dem 01.01.2025 ins Verhältnis zur Bevölkerung, bleibt die Rangfolge stabil: Stadtstaaten und kleinere Länder liegen deutlich über dem Bundesschnitt – genau dieses Muster hat die GlücksWirtschaft bereits für 2025 beschrieben.
Auf Basis des aktualisierten Datensatzes stechen pro Kopf besonders hervor:
Bremen liegt mit 11,4 Maßnahmen je 1 Mio Einwohner klar an der Spitze, gefolgt von Hamburg (6,1). Unter den Flächenländern fallen Schleswig-Holstein (4,1) und das Saarland (4,0) auf; Hessen liegt bei 3,5, Berlin bei 3,3.
Nordrhein-Westfalen bleibt absolut gesehen führend (gesamt 37 Razzien), liegt pro Kopf mit 2,1 aber „nur“ im oberen Mittelfeld – ein typisches Bild für große Flächenländer.
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