7. Oktober 2026

Europaweite Großoffensive gegen illegales Online-Glücksspiel

Verdacht auf systematische Steuerhinterziehung - Polizei und Steuerfahndung vollstrecken Razzien gegen ein europaweites Online-Wettnetzwerk

Fast 950 Einsatzkräfte im In- und Ausland im Einsatz

Seit März 2023 ermittelte das für Organisierte Kriminalität zuständige Kommissariat 33 des Polizeipräsidiums München gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft München I und der Steuerfahndung München gegen eine Tätergruppierung im Bereich illegaler Online-Wettangebote. Am Mittwoch, 9. Juli 2025, folgte der operative Zugriff: In den frühen Morgenstunden vollstreckten die Behörden 162 Durchsuchungsbeschlüsse – nicht nur in Bayern, sondern auch in sechs weiteren Bundesländern sowie im europäischen Ausland. Nun gab die Polizei München am 10.07.2025 eine Pressemitteilung zum Einsatz heraus.

Schwerpunkt: Schwarze Wettplattformen ohne Lizenz

Im Fokus der Maßnahmen standen sogenannte „schwarze Webseiten“, über die Sportwetten ohne die nach dem Glücksspielstaatsvertrag erforderliche Lizenz angeboten worden sein sollen. Die Gruppierung soll sowohl die technische Infrastruktur bereitgestellt als auch die Wetten selbst angeboten und genutzt haben.

Nach aktuellem Stand zahlte das Netzwerk dabei systematisch keine Wettsteuer – gesetzlich vorgeschrieben sind 5,3 Prozent auf den Spieleinsatz. Der Verdacht: Die Täter wirtschafteten über Jahre hinweg steuerfrei und finanzierten sich damit einen luxuriösen Lebensstil. Laut Ermittlern investierten sie ihre Gewinne unter anderem in Immobilien, hochwertige Fahrzeuge und exklusive Auslandsreisen.

Einsatz in sieben Bundesländern – Schwerpunkt in München

Die Durchsuchungen fanden neben Bayern auch in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Saarland, Niedersachsen und Berlin statt. Außerdem waren Einsatzkräfte in Österreich, Spanien und Malta aktiv. Insgesamt beteiligten sich rund 950 Einsatzkräfte an der Aktion, darunter auch Beamte der Steuerfahndung.

Allein im Stadtgebiet München durchsuchten mehr als 200 Polizeibeamte 51 Objekte. Unterstützt wurden sie dabei von Vertretern der Staatsanwaltschaft München I.

Sicherstellungen und weitere Ermittlungen

Die Einsatzkräfte stellten umfangreiches Beweismaterial sicher – darunter Mobiltelefone, elektronische Speichermedien sowie geschäftsrelevante Unterlagen. Die Auswertung dieser Daten soll nun in den kommenden Monaten erfolgen.

Die Gesamtsumme der in den letzten zehn Jahren mutmaßlich illegal erwirtschafteten Gewinne wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Die Ermittlungen dauern an.

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