7. Oktober 2026

Großrazzia in Berlin gegen illegales Glücksspiel und Organisierte Kriminalität

Großrazzia in Berlin: Bei einem Verbundeinsatz in Friedrichshain beschlagnahmten Behörden 81 illegale Spielautomaten und 30.000 Euro Bargeld.

Großrazzia in Berlin gegen illegales Glücksspiel und Organisierte Kriminalität

Berlin, 16.10.2025. Polizei, Zoll und Ordnungsämter führten am Donnerstagabend einen großangelegten Verbundeinsatz gegen illegales Glücksspiel und Organisierte Kriminalität durch. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, durchsuchten rund 80 Einsatzkräfte insgesamt 23 Objekte in drei Bezirken, darunter mehrere Bars, Imbisse und Spielhallen in Friedrichshain, unweit des Ostbahnhofs.

Bei den Kontrollen wurden 81 illegale Spielautomaten sichergestellt, von denen bereits 30.000 Euro an Bargeld beschlagnahmt werden konnten. In einem Hinterzimmer entdeckten die Ermittler acht nicht zugelassene Geräte, ein weiteres wurde in einem benachbarten Laden gefunden. Laut Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU), die den Einsatz vor Ort begleitete, zeigt sich daran, „wie viel Geld man mit illegalen Automaten verdienen kann“, so die Morgenpost.

Neben den Geräten stellten die Einsatzkräfte auch Waffen und Betäubungsmittel sicher. Mehrere Personen wurden wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit und fehlende Aufenthaltsgenehmigungen vorläufig festgenommen.

Teil einer Berliner „Politik der tausend Nadelstiche“

Der Einsatz ist Teil der Kooperationsplattform zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, die seit 2023 in Berlin besteht und eine enge Zusammenarbeit von Justiz, Ordnungsämtern, Zoll, Polizei und Steuerfahndung vorsieht. Ziel ist es, kriminelle Strukturen auch finanziell zu treffen – etwa durch den Entzug illegal erwirtschafteter Gewinne aus Glücksspiel, E-Zigarettenhandel oder Geldwäsche.

Laut Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), seien solche Einsätze ein „wichtiger Baustein gegen die organisierte Kriminalität“. Gerade Spielautomaten würden zunehmend als Geldwäscheinstrument genutzt. „Wir brauchen ein Klima, in dem Kriminelle jederzeit damit rechnen müssen, für Betrug und andere Straftaten zur Rechenschaft gezogen zu werden“, zitiert die Berliner Morgenpost Jendro.

Wiederholte Einsätze zeigen Wirkung

Bereits im Juli hatten die Behörden bei einer ähnlichen Aktion 21 Betriebe durchsucht und 28 illegale Spielgeräte beschlagnahmt. Im April wurden bei einer weiteren Großrazzia mit 400 Einsatzkräften insgesamt 109 illegale Spielautomaten und Bargeld in Höhe von rund drei Millionen Euro sichergestellt.

Nach Angaben des aktuellen Lagebilds 2023 zur Organisierten Kriminalität bleibt Berlin ein Brennpunkt: Es wurden 66 Ermittlungskomplexe mit insgesamt 485 Tatverdächtigen erfasst. Der finanzielle Schaden belief sich auf 57,1 Millionen Euro, die kriminellen Erträge auf 86,3 Millionen Euro.

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