22. Januar 2026
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Großrazzia in Rheinland-Pfalz: Behörden gehen massiv gegen illegales Glücksspiel vor

Großeinsatz in Rheinland-Pfalz: Polizei und Staatsanwaltschaft stellen 75 illegale Glücksspielautomaten sicher. Ein mutmaßlicher Haupttäter sitzt in Haft. Ermittler prüfen Netzwerkstrukturen.

Großrazzia in Rheinland-Pfalz: Behörden gehen massiv gegen illegales Glücksspiel vor

Mit einem breit angelegten Einsatz haben Staatsanwaltschaft und Polizei im nördlichen Rheinland-Pfalz erneut ein deutliches Signal gegen illegales Glücksspiel gesetzt. Wie aus der gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Koblenz und des Polizeipräsidiums Koblenz hervorgeht, wurden am Dienstagabend insgesamt 21 Objekte durchsucht – darunter Gaststätten, Cafés und Privatwohnungen in Neuwied, Linz am Rhein, Bad Hönningen, Selters, Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie in Troisdorf und St. Augustin.

Unterstützt von rund 200 Einsatzkräften vollstreckten die Kriminalinspektionen Neuwied, Mayen, Montabaur und Koblenz zeitgleich die richterlich angeordneten Durchsuchungsbeschlüsse. Parallel dazu fanden präventive Glücksspielkontrollen in Koblenz und Bad Neuenahr-Ahrweiler statt.

75 illegale Automaten und 75.000 Euro Bargeld sichergestellt

Insgesamt trafen die Einsatzteams etwa 120 Personen an – viele davon mutmaßlich beim illegalen Glücksspiel an nicht zugelassenen Geräten. Die Bilanz ist erneut beachtlich:

  • 75 illegale Glücksspielautomaten wurden beschlagnahmt

  • rund 75.000 Euro Bargeld wurden sichergestellt

Die Staatsanwaltschaft führt derzeit elf Ermittlungsverfahren. Der Vorwurf: gewerbsmäßige, unerlaubte Veranstaltung von Glücksspielen nach § 284 StGB. Den Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren.

Haftbefehl wegen Verdunkelungsgefahr

Gegen einen in Troisdorf lebenden Hauptbeschuldigten erhärtete sich während des Einsatzes der Verdacht, verantwortlich für die Aufstellung mehrerer illegaler Automaten in der Region zu sein. Er wurde noch vor Ort festgenommen und am Folgetag einem Haftrichter vorgeführt, der wegen Verdunkelungsgefahr Haftbefehl erließ.

Zudem fanden die Ermittler eine scharfe Schusswaffe, ein weiterer Verdachtsmoment, der die Gefährdungslage im Umfeld illegaler Glücksspielstrukturen unterstreicht.

Auswertung soll Netzwerkstrukturen offenlegen

Neben Automaten und Bargeld wurden zahlreiche Datenträger, Unterlagen und Aufzeichnungen sichergestellt. Diese sollen nun ausgewertet werden, um mögliche Verbindungen zwischen den bislang getrennt geführten Verfahren offenzulegen. Staatsanwaltschaft und Polizei erhoffen sich Erkenntnisse über Strukturen, Verantwortlichkeiten und die Organisation der illegalen Aufstellungen.

Der Einsatz reiht sich ein in eine Serie intensiver Maßnahmen gegen das illegale Glücksspiel in Deutschland. Die hohe Zahl sichergestellter Automaten zeigt, dass das Geschäft weiterhin lukrativ ist und dass professionelle Strukturen am Werk sind. Gleichzeitig verdeutlicht der Fall, wie ressourcenintensiv solche Ermittlungen sind und wie wichtig koordinierte Maßnahmen über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg für eine wirksame Bekämpfung des Schwarzmarkts bleiben.

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