7. Oktober 2026

Illegales Glücksspiel in Bremen: Großeinsatz mit 150 Einsatzkräften gegen Clankriminalität

Die Behörden in Bremen haben elf Lokale und zwei Wohnungen durchsucht. Im Fokus stehen organisierte illegale Glücksspielangebote, Spielautomaten trotz behördlicher Untersagung und zwei Beschuldigte aus dem Umfeld einer Großfamilie.

Illegales Glücksspiel in Bremen: Großeinsatz mit 150 Einsatzkräften gegen Clankriminalität

In Bremen haben die Behörden am Mittwochabend, 20. Mai 2026, einen Großeinsatz gegen illegales Glücksspiel durchgeführt. Wie die Polizei Bremen über Presseportal mitteilt, wurden ab 19 Uhr insgesamt elf Lokale und zwei Wohnungen im Stadtgebiet durchsucht. Grundlage waren intensive Ermittlungen der Kriminalpolizei wegen des Verdachts der Veranstaltung unerlaubten gewerbsmäßigen Glücksspiels. Vorangegangen seien Feststellungen und Hinweise des Ordnungsamtes.

Die Ermittlungen richten sich laut Polizei gegen zwei Personen im Alter von 24 und 51 Jahren aus einer Großfamilie, bei der einzelne Mitglieder der Clankriminalität zugeordnet werden. Im Zentrum stand demnach das Ermittlungsverfahren „Sonne“. Die betroffenen Lokale hätten bereits seit einiger Zeit im Fokus der Ermittlerinnen und Ermittler gestanden.

Elf Lokale in mehreren Stadtteilen durchsucht

Nach Angaben der Polizei sollen die beiden Beschuldigten organisiertes illegales Glücksspiel betrieben haben. Dabei seien vor allem Spielautomaten eingesetzt worden, obwohl behördliche Untersagungen bestanden. Durchsucht wurden Cafés, Bars, Imbisse und Restaurants in Bremen-Nord, Walle, der Innenstadt und der Neustadt. Parallel kontrollierten Einsatzkräfte auch die Privatwohnungen der beiden Hauptbeschuldigten.

An dem Großeinsatz waren rund 150 Einsatzkräfte beteiligt, darunter auch Spezialkräfte. Unterstützt wurde die Polizei durch die Glücksspielaufsicht, das Ordnungsamt und das Technische Hilfswerk. Diese breite behördliche Zusammenarbeit zeigt, welchen Stellenwert die Bekämpfung illegaler Glücksspielstrukturen in Bremen inzwischen einnimmt.

Schusswaffe, Kokain und Bargeld sichergestellt

Bei den Durchsuchungen wurden laut Polizei mehrere Personen überprüft. Die Einsatzkräfte stellten 19 Spielautomaten sicher. Außerdem beschlagnahmten sie eine Schusswaffe, Kokain, Bargeld und ein als gestohlen registriertes Fahrrad. Die beiden Hauptbeschuldigten müssen sich nun unter anderem wegen der gewerbsmäßigen Veranstaltung unerlaubter Glücksspiele verantworten.

Bremens Innensenatorin Dr. Eva Högl ordnete den Einsatz als Ergebnis beharrlicher Ermittlungsarbeit ein. Die Botschaft sei, dass Bremen kein bequemer Platz für organisierte Kriminalität sei. Die Polizei kündigte zugleich an, im Rahmen ihrer Null-Toleranz-Strategie weiter konsequent gegen Clankriminalität vorzugehen.

Razzia-Tracker dokumentiert Fälle illegalen Glücksspiels

Auch der Bremer Großeinsatz wird für den Razzia-Tracker der GlücksWirtschaft relevant. In der Übersicht sammelt die Redaktion seit Anfang 2025 Fälle, bei denen Behörden illegales Glücksspiel im Rahmen von Durchsuchungen, Kontrollen oder größeren Ermittlungsmaßnahmen festgestellt haben. Der Einsatz in Bremen fällt dabei besonders ins Gewicht, weil gleich elf Lokale, zwei Wohnungen, rund 150 Einsatzkräfte und 19 sichergestellte Spielautomaten genannt werden. Damit reiht sich der Fall in eine wachsende Zahl von Verfahren ein, bei denen illegales Glücksspiel nicht nur als Einzelverstoß, sondern als Teil organisierter Strukturen beschrieben wird.

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