5. September 2026
Veröffentlicht am
Autor*in

Illegales Glücksspiel:
Rheinland-Pfalz verzeichnet starken Anstieg

In Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Fälle illegalen Glücksspiels deutlich. Bundesweit wächst der Schwarzmarkt rasant – Behörden und Politik sehen dringenden Handlungsbedarf.

Illegales Glücksspiel: Rheinland-Pfalz verzeichnet starken Anstieg

Die Zahl der Verfahren wegen unerlaubten Glücksspiels in Rheinland-Pfalz ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das berichtet die Zeit unter Berufung auf Angaben des Innenministerium des Landes auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Dirk Herber hin. Demnach wurden im Jahr 2016 insgesamt 55 Fälle registriert, 2024 waren es bereits 334. Erfasst sind Straftaten wie die unerlaubte Veranstaltung von Glücksspielen, die Beteiligung daran sowie illegale Lotterien.

Schwierige Verfolgung

Nach Angaben der Landesregierung ist die Bekämpfung illegaler Angebote kompliziert. Häufig fehlt es an technischen Nachweisen, da verbotene Automaten keine offiziellen Auszahlungsvorrichtungen besitzen und Gewinne im Verborgenen ausgehändigt werden. Auch Spiele in privaten Räumen entziehen sich der Kontrolle. Laut dem Bericht der Zeit bleibt die Dunkelziffer deshalb hoch.

Maßnahmen im Land

Um den Verfolgungsdruck zu erhöhen, wurden die Polizeipräsidien im Land für das Thema sensibilisiert. In Ludwigshafen gibt es seit 2023 eine eigene Ermittlungsgruppe gegen sogenannte Fun Games, die ohne Zulassung betrieben werden. Zudem arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaften und Ordnungsämter enger zusammen, um illegale Geräte aufzuspüren und Verfahren einzuleiten.

Entwicklung bundesweit

Die Zeit ordnet die Entwicklung in Rheinland-Pfalz in den bundesweiten Kontext ein: Auch in anderen Bundesländern stiegen die Zahlen zuletzt stark. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2024 bundesweit mehr als 6.200 Fälle von unerlaubtem Glücksspiel erfasst – ein Anstieg von über 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig ist, dass sich die Fallzahlen seit 2017 mehr als verzehnfacht haben.

Politik und Verbände alarmiert

Politik und Branche sehen dringenden Handlungsbedarf. Vertreter der Automatenwirtschaft warnen seit Monaten, dass zu strenge Vorgaben im legalen Markt Spieler in die Illegalität drängen. Auch Landespolitiker fordern zusätzliche Kontrollen, mehr Personal für die Behörden und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.

Die Entwicklung zeigt, dass illegales Glücksspiel längst kein Randthema mehr ist. Rheinland-Pfalz steht mit seinen Zahlen exemplarisch für einen bundesweiten Trend, der sowohl Spielerschutz als auch Steueraufkommen und Sicherheit gefährdet.

ANZEIGE

Tags

Auf Social Media teilen

Autor*in

Das könnte Sie auch interessieren

Boris Rhein: Wettbewerbsfähigkeit legaler Glücksspielanbieter soll gestärkt werden
Beim Parlamentarischen Abend der Automatenwirtschaft in Wiesbaden hat Hessens Ministerpräsident Boris Rhein für attraktivere Rahmenbedingungen für legale Glücksspielangebote geworben. Aus seiner Sicht müssen Spielerschutz und ein wettbewerbsfähiger legaler Markt miteinander verbunden werden.
Artikel lesen
Bremen: Glücksspielverstöße bei umfangreichen Gewerbekontrollen festgestellt
Polizei, Ordnungsamt, Zoll und weitere Behörden haben in Bremen rund 60 Personen und 18 Gewerbeobjekte kontrolliert. Dabei stellten die Einsatzkräfte unter anderem Verstöße im Zusammenhang mit Glücksspiel fest.
Artikel lesen
Durchsuchungen in Niedersachsen und Bremen: Ermittler gehen gegen mutmaßlich illegales Glücksspiel vor
Spezialeinheiten haben in Oldenburg, Cloppenburg und Bremen mehrere Wohnungen und Gewerbeobjekte durchsucht. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Verdacht auf gewerbsmäßig und bandenmäßig betriebenes unerlaubtes Glücksspiel.
Artikel lesen