In Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Fälle illegalen Glücksspiels deutlich. Bundesweit wächst der Schwarzmarkt rasant – Behörden und Politik sehen dringenden Handlungsbedarf.
Die Zahl der Verfahren wegen unerlaubten Glücksspiels in Rheinland-Pfalz ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das berichtet die Zeit unter Berufung auf Angaben des Innenministerium des Landes auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Dirk Herber hin. Demnach wurden im Jahr 2016 insgesamt 55 Fälle registriert, 2024 waren es bereits 334. Erfasst sind Straftaten wie die unerlaubte Veranstaltung von Glücksspielen, die Beteiligung daran sowie illegale Lotterien.
Nach Angaben der Landesregierung ist die Bekämpfung illegaler Angebote kompliziert. Häufig fehlt es an technischen Nachweisen, da verbotene Automaten keine offiziellen Auszahlungsvorrichtungen besitzen und Gewinne im Verborgenen ausgehändigt werden. Auch Spiele in privaten Räumen entziehen sich der Kontrolle. Laut dem Bericht der Zeit bleibt die Dunkelziffer deshalb hoch.
Um den Verfolgungsdruck zu erhöhen, wurden die Polizeipräsidien im Land für das Thema sensibilisiert. In Ludwigshafen gibt es seit 2023 eine eigene Ermittlungsgruppe gegen sogenannte Fun Games, die ohne Zulassung betrieben werden. Zudem arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaften und Ordnungsämter enger zusammen, um illegale Geräte aufzuspüren und Verfahren einzuleiten.
Die Zeit ordnet die Entwicklung in Rheinland-Pfalz in den bundesweiten Kontext ein: Auch in anderen Bundesländern stiegen die Zahlen zuletzt stark. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2024 bundesweit mehr als 6.200 Fälle von unerlaubtem Glücksspiel erfasst – ein Anstieg von über 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig ist, dass sich die Fallzahlen seit 2017 mehr als verzehnfacht haben.
Politik und Branche sehen dringenden Handlungsbedarf. Vertreter der Automatenwirtschaft warnen seit Monaten, dass zu strenge Vorgaben im legalen Markt Spieler in die Illegalität drängen. Auch Landespolitiker fordern zusätzliche Kontrollen, mehr Personal für die Behörden und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.
Die Entwicklung zeigt, dass illegales Glücksspiel längst kein Randthema mehr ist. Rheinland-Pfalz steht mit seinen Zahlen exemplarisch für einen bundesweiten Trend, der sowohl Spielerschutz als auch Steueraufkommen und Sicherheit gefährdet.
Sie verlassen jetzt die offizielle Website der GlückWirtschaft. Für den Inhalt der folgenden Seiten ist die Sigert Verlag GmbH nicht verantwortlich.
Um fortzufahren drücken Sie 'Weiter'.