München: Mehr als 40 Einsatzkräfte kontrollieren über 20 Sportbars und Wettbüros. Laut Münchner Merkur geht es um Druck auf die Szene, auch ohne große Funde.
Mit einem Großaufgebot ist die Münchner Polizei gegen mutmaßlich illegales Glücksspiel vorgegangen. Wie der Münchner Merkur berichtet, prüften mehr als 40 Beamte im Stadtgebiet gut 20 Sportbars, Shisha-Bars und Wettbüros. Unterstützt wurden sie demnach vom Kreisverwaltungsreferat, der Regierung von Oberbayern, Steuerfahndern und Gewerbepolizisten.
Im Zentrum stand laut Münchner Merkur das Kommissariat 33 (Organisierte Kriminalität). Kriminalhauptkommissar Guido Rissmann wird mit einer klaren Ansage zitiert: Man halte „den Druck hoch“, niemand solle sich sicher fühlen, wann und wo kontrolliert wird. Die Botschaft an die Hintermänner formuliert der Münchner Merkur so: „Wir wissen, wo Ihr Euch aufhaltet.“
Ein prägnantes Bild liefert der Münchner Merkur aus einem Lokal in Giesing: Dort sitzen zwei ältere Frauen an blinkenden Automaten mit großen Displays, grellen Digitalspielen und schnellen Verlusten im Sekundentakt. Eine der Frauen sagt laut Münchner Merkur, sie spiele „schon seit 47 Jahren“ und verbringe seit zehn Jahren ihre Abende in diesem Lokal.
Brisant wird die Szene beim Sperrsystem: Den Ermittlern fällt laut Münchner Merkur auf, dass die Seniorin den Automaten nicht über Oasis freischalten musste, obwohl das System eigentlich Verluste begrenzen oder Spieler blockieren kann. „Sonst muss ich mich immer freischalten“, sagt sie dem Bericht zufolge und versucht damit, den Betreiber in Schutz zu nehmen.
Auf illegale Pokerrunden stießen die Einsatzkräfte an diesem Abend laut Münchner Merkur zwar nicht, Hinweise gab es dennoch. Genannt werden Jetons auf einem Tisch, ein Pokerkoffer hinter dem Tresen und mehrere zerrissene Joker im Abfalleimer, ein Verdacht, der für eine Ausweitung der Kontrolle aber nicht ausgereicht habe.
Parallel ging es um klassische Kontrollpunkte, wie der Münchner Merkur aufzählt: Rauchen in Lokalen, fehlende Speisekarten, abgelaufene Feuerlöscher, blockierte Fluchtwege. In einer Shisha-Bar in Sendling wird zudem ein Kohlendioxid-Wert genannt, der demnach etwa doppelt so hoch wie erlaubt gewesen sei.
Der Münchner Merkur ordnet die Aktion als Teil eines wiederkehrenden Kontrollmusters ein: Mehrmals pro Jahr gebe es Einsätze dieser Art, um die Szene nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Als Begründung wird auch der Spielerschutz genannt, illegales Glücksspiel sei besonders riskant, weil Einsätze nicht begrenzt oder kontrolliert würden.
In den ersten fünfeinhalb Wochen des Jahres 2026 konnten wir im Razzia-Tracker bereits 5 Razzien der bayerischen Behörden identifizieren, dagegen waren es im gesamten vergangenen Jahr 2025 gerade Mal 8 bekannte Razzien. Der Druck auf die Szene scheint zu wachsen, wie auch Aktionen aus anderen Bundesländern zeigen.
Sie verlassen jetzt die offizielle Website der GlückWirtschaft. Für den Inhalt der folgenden Seiten ist die Sigert Verlag GmbH nicht verantwortlich.
Um fortzufahren drücken Sie 'Weiter'.