Polymarket und Kalshi lassen Nutzer auf reale Ereignisse setzen - von Politik, Wetterereignissen bis Sport. Weltweit prüfen Behörden, ob dahinter Finanzprodukte, Prognosemärkte oder unerlaubtes Glücksspiel stehen.
Prediction Markets versprechen, die Erwartungen vieler Nutzer in handelbare Wahrscheinlichkeiten zu übersetzen. Was nach Finanzmarkt klingt, wird in immer mehr Ländern jedoch auch als mögliches Glücksspielproblem behandelt. Im Zentrum der Debatte stehen derzeit vor allem zwei Plattformen: Polymarket und Kalshi.
Auf beiden Plattformen können Nutzer auf reale Ereignisse setzen oder entsprechende Kontrakte handeln. Es geht dabei nicht nur um klassische Finanz- oder Wirtschaftsthemen, sondern auch um Politik, Sport, gesellschaftliche Ereignisse, Gerichtsentscheidungen oder internationale Krisen. Vereinfacht gesagt handeln Nutzer mit der Frage, ob ein bestimmtes Ereignis eintritt oder nicht.
Genau daran entzündet sich die Kritik. Aufsichtsbehörden fragen, ob solche Angebote noch als Prognosemärkte, Finanzinstrumente oder Event Contracts zu verstehen sind, oder ob sie faktisch Wetten auf reale Ereignisse darstellen. Hinzu kommen Fragen des Spielerschutzes, der Marktintegrität, der politischen Einflussnahme, des Jugendschutzes und der Zuständigkeit zwischen Finanz- und Glücksspielaufsicht.
Die weltweite Lage ist deshalb nicht einheitlich. Während Kalshi in den USA unter Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) als regulierter Markt für Event Contracts auftritt, ist Polymarket international historisch als Krypto-basierte Prediction-Market-Plattform gewachsen. Inzwischen betreibt Polymarket zusätzlich einen separaten US-Ableger. Außerhalb der USA ziehen mehrere Länder die Grenzen jedoch enger.
Kalshi ist regulatorisch stärker im US-Finanzmarktsystem verankert. Die Plattform wird in den USA als Designated Contract Market geführt und steht damit unter CFTC-Aufsicht. Kalshi argumentiert entsprechend, dass es sich bei den angebotenen Kontrakten nicht um klassische Wetten, sondern um regulierte Ereigniskontrakte handelt.
Polymarket hat eine andere Vorgeschichte. Die CFTC ist bereits 2022 gegen Polymarket vorgegangen, weil die Plattform aus Sicht der Behörde unregistrierte Event Markets angeboten hatte. Polymarket zahlte damals eine Strafe und musste den Zugang zu bestimmten Märkten beenden. Inzwischen gibt es mit Polymarket US einen separaten US-Ableger, der über QCX LLC d/b/a Polymarket US mit einem regulierten Rahmen verbunden ist. Die internationale Plattform ist davon zu unterscheiden.
Für Regulierer ist diese Trennung entscheidend. Die gleiche Art von Angebot kann in einem Land als Finanzprodukt, in einem anderen als erlaubnispflichtige Wette und in einem dritten als unerlaubtes Online-Glücksspiel bewertet werden. Dadurch entsteht ein globaler Flickenteppich aus Marktzugang, Geoblocking, Verboten, Verfahren und offenen Rechtsfragen.
USA: In den Vereinigten Staaten verläuft die Debatte vor allem zwischen Bundesaufsicht und einzelnen Bundesstaaten. Kalshi ist auf Bundesebene CFTC-reguliert, gerät aber in mehreren Bundesstaaten unter Druck. Nevada, Massachusetts, Arizona, Connecticut und Illinois gingen nach offiziellen Mitteilungen gegen Kalshi oder vergleichbare Angebote vor. Dabei geht es insbesondere um Sport- und Wahlkontrakte, die aus Sicht einzelner Bundesstaaten in den Bereich unerlaubter Wetten fallen können.
Gleichzeitig verteidigt die CFTC ihre Zuständigkeit für Prediction Markets und Event Contracts. Die Behörde hat 2026 mehrere Verfahren gegen Bundesstaaten angestoßen, die aus ihrer Sicht unzulässig in den bundesrechtlich regulierten Markt eingreifen. Der US-Markt ist damit nicht geschlossen, aber juristisch stark umkämpft. Für Kalshi und Polymarket US bleibt die zentrale Frage, wie weit die Bundeszuständigkeit der CFTC reicht und wo Bundesstaaten mit ihrem Glücksspielrecht eingreifen dürfen.
Deutschland: In Deutschland hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bereits vor sogenannten Gesellschaftswetten gewarnt und Polymarket dabei ausdrücklich als Beispiel genannt. Nach Einschätzung der GGL sind entgeltliche Wetten auf gesellschaftliche Ereignisse in Deutschland nicht erlaubnisfähig und damit illegal. Für die deutsche Regulierung ist entscheidend, dass es nicht nur um Sportwetten im engeren Sinne geht. Auch Wetten auf politische, gesellschaftliche oder unterhaltungsbezogene Ereignisse können unter das Glücksspielrecht fallen, wenn ein entgeltlicher Einsatz und eine Gewinnchance vorliegen.
Frankreich: In Frankreich hat die Glücksspielaufsicht ANJ Prediction-Market-Plattformen klar als nicht autorisierte und potenziell riskante Angebote eingeordnet. Die Behörde erklärte im Februar 2026, solche Plattformen seien in Frankreich nicht zugelassen und als illegale Glücksspielangebote zu behandeln. Nach Angaben der ANJ habe Polymarket nach einer Intervention der Behörde einen Geoblock für Frankreich umgesetzt. Frankreich zählt damit zu den Ländern, in denen die Glücksspielaufsicht besonders eindeutig Position bezogen hat.
Spanien: In Spanien wächst der Druck ebenfalls. Wie der Guardian berichtet, ließ das Verbraucherschutzministerium den Zugang zu Polymarket und Kalshi vorläufig blockieren und leitete Ermittlungen wegen fehlender Glücksspiel-Lizenzen ein. Die Maßnahme passt zur harten Linie Spaniens gegen ausländische Glücksspielanbieter ohne nationale Lizenz. Offiziell hatte das spanische Verbraucherschutzministerium bereits für 2024 Sanktionen in Höhe von rund 143 Millionen Euro gegen Betreiber dokumentiert, die ohne entsprechende Erlaubnis im spanischen Markt aktiv gewesen sein sollen.
Italien: In Italien arbeitet die Glücksspielaufsicht ADM seit Jahren mit einem Sperrregime gegen nicht autorisierte Glücksspielseiten. Der italienische Markt ist stark lizenzorientiert. Für internationale Prediction-Market-Plattformen bedeutet das: Ohne nationale Zulassung besteht ein erhebliches Risiko, als nicht autorisiertes Glücksspielangebot eingestuft oder technisch blockiert zu werden. Eine allgemeine Öffnung für Plattformen wie Polymarket oder Kalshi ist daraus nicht abzuleiten.
Belgien: In Belgien führt die Glücksspielkommission ebenfalls ein Lizenzsystem und eine schwarze Liste illegaler Glücksspielangebote. Auch hier gilt: Wer Glücksspiele oder Wetten ohne entsprechende Erlaubnis anbietet, bewegt sich außerhalb des regulierten Marktes. Kalshi nennt Belgien zudem in seinen eigenen Vertragsunterlagen unter den ausgeschlossenen Jurisdiktionen. Für Nutzer bedeutet das praktisch, dass der Marktzugang stark eingeschränkt ist.
Polen: Polen setzt auf ein offizielles Register unerlaubter Glücksspiel-Domains. Anbieter ohne nationale Erlaubnis können dort blockiert werden, zusätzlich können Zahlungsströme unterbunden werden. Polymarket führt Polen nach eigenen Angaben in einem eingeschränkten Modus, bei dem bestehende Positionen geschlossen, neue Positionen aber nicht eröffnet werden können. Kalshi zählt Polen ebenfalls zu den ausgeschlossenen Jurisdiktionen.
Indien: In Indien hat das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie im April 2026 ein Advisory veröffentlicht, in dem Polymarket und vergleichbare Plattformen ausdrücklich als illegale und in Indien gesperrte Prediction-Market- beziehungsweise Betting-Angebote genannt werden. Intermediäre und VPN-Dienste werden darin aufgefordert, keinen Zugang zu solchen Angeboten zu ermöglichen. Grundlage ist unter anderem das indische Online-Gaming-Recht, das Echtgeld-Online-Gaming deutlich restriktiver behandelt. CoinDesk berichtet zudem, Kalshi könne ebenfalls in den Fokus der Behörden geraten. Öffentlich klar dokumentiert ist vor allem das Vorgehen gegen Polymarket und ähnliche Prediction-Market-Angebote.
Singapur: In Singapur gilt ein besonders restriktiver Rahmen für Remote Gambling. Die Gambling Regulatory Authority stellt klar, dass unlizenzierte Remote-Gambling-Dienste rechtswidrig sind, wenn sie in Singapur oder aus dem Ausland für Personen in Singapur angeboten werden. Singapore Pools ist nach Darstellung der Behörde der einzige lizenzierte Anbieter für Remote Gambling. Kalshi führt Singapur in seinen eigenen Vertragsunterlagen unter den ausgeschlossenen Jurisdiktionen. Polymarket nennt Singapur nach eigenen Angaben ebenfalls als eingeschränktes Gebiet.
Japan: In Japan ist die Lage vor allem durch den restriktiven Umgang mit Online-Glücksspiel geprägt. Die National Police Agency weist darauf hin, dass auch die Teilnahme an im Ausland legal betriebenen Online-Casinos von Japan aus strafbar sein kann. Das ist keine spezielle Polymarket-Entscheidung, zeigt aber die rechtliche Ausgangslage für digitale Glücksspiel- und Wettangebote. Berichte über mögliche Expansionspläne von Prediction-Market-Plattformen nach Japan stehen damit einem regulatorisch schwierigen Umfeld gegenüber.
Brasilien: Brasilien hat sich im April 2026 deutlich positioniert. Das Finanzministerium erklärte, Prediction Markets, bei denen auf politische, sportliche, geopolitische oder kulturelle Ereignisse mit vordefiniertem Auszahlungsprofil gesetzt wird, fielen unter dieselbe Logik wie Wetten. Die Regierung kündigte Maßnahmen gegen solche Angebote an, darunter die Blockierung von Websites und Apps sowie Eingriffe in Zahlungsströme. Zusätzlich untersagt eine neue CMN-Resolution im Derivatemarkt Geschäfte mit Basiswerten aus Sport, Politik, Unterhaltung und ähnlichen nicht wirtschaftlich-finanziellen Referenzen. Brasilien behandelt Prediction Markets damit zunehmend als Thema für Glücksspiel- und Finanzmarktaufsicht zugleich.
Portugal: In Portugal wurde Polymarket Anfang 2026 zu einem besonders sichtbaren Fall, weil die Plattform im Zusammenhang mit Wetten auf die Präsidentschaftswahl in den Fokus rückte. Die GlücksWirtschaft berichtete damals unter Berufung auf die portugiesische Glücksspielaufsicht SRIJ, dass Polymarket ohne nationale Lizenz operierte und politische Wetten anbot, die in Portugal nicht zulässig sind. Auffällig war demnach vor allem das Marktgeschehen kurz vor Bekanntgabe offizieller Ergebnisse. Der Fall zeigt, warum politische Ereigniswetten für Aufsichtsbehörden besonders sensibel sind: Wer über nicht öffentliche Informationen verfügt oder den Ausgang politischer Prozesse frühzeitig einschätzen kann, kann auf solchen Märkten erhebliche Vorteile haben.
Ukraine: Auch in der Ukraine wurde Polymarket Anfang 2026 zum regulatorischen Problem. Nach damaliger Berichterstattung der GlücksWirtschaft wiesen ukrainische Behörden Internetanbieter an, den Zugang zu zahlreichen illegalen Glücksspielseiten zu blockieren, darunter Polymarket. Besonders heikel waren dabei Märkte auf Kriegsereignisse, etwa auf Waffenstillstände oder Entwicklungen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Damit ging es nicht nur um klassische Glücksspielregulierung, sondern auch um die ethische Frage, ob militärische Eskalationen, Friedensverhandlungen oder Kriegsverläufe zum handelbaren Ereignis werden dürfen.
Partnerschaften und Mainstream-Sport: Gleichzeitig sucht Polymarket weiter den Weg in den Mainstream. Die GlücksWirtschaft berichtete bereits im Februar über eine Partnerschaft mit DAZN, bei der Prognosedaten von Polymarket in das Sportumfeld integriert werden sollten. Für die Branche ist das ein wichtiger Punkt: Prediction Markets stehen nicht nur unter Druck von Glücksspiel- und Finanzaufsichten, sie werden zugleich für Medien, Sportplattformen und Datenanbieter interessanter. Genau daraus entsteht ein regulatorischer Zielkonflikt. Was für Anbieter und Medien als neue Form interaktiver Fanbindung erscheint, kann aus Sicht von Glücksspielbehörden eine Annäherung an Wetten auf reale Ereignisse sein.
Besonders kritisch sind Märkte auf politische Entscheidungen. Wenn Nutzer darauf handeln können, ob ein Gesetz verabschiedet, ein Minister zurücktritt, eine Wahl verschoben oder eine staatliche Maßnahme beschlossen wird, entstehen Risiken, die über den klassischen Spielerschutz hinausgehen. Politische Entscheidungsträger, Regierungsmitarbeiter, Behörden, Berater oder gut vernetzte Marktteilnehmer können über Informationen verfügen, die der Öffentlichkeit noch nicht vorliegen.
Zugleich können politische Entscheidungen selbst den Ausgang solcher Märkte beeinflussen. Damit stellt sich nicht nur die Frage nach Glücksspiel oder Finanzprodukt, sondern auch nach Interessenkonflikten, Insiderwissen, Marktmanipulation und Vertrauen in demokratische Prozesse. Je näher ein Markt an konkreten politischen Entscheidungen liegt, desto schwieriger wird die Abgrenzung zwischen Prognose, Spekulation und möglicher Einflussnahme.
Neben staatlichen Verboten und Verfahren spielt die plattformseitige Zugangsbeschränkung eine zentrale Rolle. Polymarket führt in seinen eigenen Hinweisen geografische Einschränkungen auf. Die internationale Plattform schließt unter anderem die USA und Ontario aus. Für Singapur, Polen, Thailand und Taiwan nennt Polymarket einen eingeschränkten Modus, in dem bestehende Positionen geschlossen, aber keine neuen Positionen eröffnet werden können.
Kalshi erklärt, dass Nutzer aus vielen Ländern außerhalb der USA handeln können, sofern sie die Vertragsbedingungen erfüllen. Gleichzeitig enthält das Member Agreement eine lange Liste ausgeschlossener Jurisdiktionen. Dazu zählen unter anderem Australien, Belgien, Kanada, Frankreich, Irland, Italien, Neuseeland, Polen, Portugal, Singapur, die Schweiz, Taiwan, Thailand, die Vereinigten Arabischen Emirate und das Vereinigte Königreich. Hinzu kommen weitere Staaten mit Sanktions- oder Hochrisikobezug.
Für die Einordnung ist wichtig: Technische Erreichbarkeit bedeutet nicht automatisch rechtliche Zulässigkeit. Gerade bei grenzüberschreitenden Online-Angeboten können Plattform-Compliance, nationale Glücksspielgesetze, Finanzmarktregeln, Zahlungsdiensterecht und Netzsperren ineinandergreifen. Ein Angebot kann auf einer Plattform sichtbar sein und dennoch in einem bestimmten Land unerlaubt sein.
Die Anbieter argumentieren, Prediction Markets könnten gesellschaftliche Erwartungen sichtbar machen und Informationen bündeln. Wer wissen will, wie wahrscheinlich ein politisches Ergebnis, eine Zinssenkung oder ein bestimmtes Ereignis eingeschätzt wird, kann solche Märkte als Stimmungsindikator betrachten. Diese Logik ähnelt klassischen Derivatemärkten, bei denen Erwartungen an künftige Entwicklungen gehandelt werden.
Glücksspielaufsichten blicken anders auf das Modell. Aus ihrer Sicht steht häufig der entgeltliche Einsatz auf ein ungewisses Ereignis im Vordergrund. Wird ein Ereignis nicht durch wirtschaftliche Risiken abgesichert, sondern als reine Wette auf Politik, Sport oder Unterhaltung gehandelt, rückt das Angebot regulatorisch näher an Glücksspiel und Sportwetten heran. Genau an dieser Stelle unterscheiden sich die Rechtsordnungen erheblich.
In den USA kann ein Ereigniskontrakt unter bestimmten Voraussetzungen als reguliertes Finanzmarktprodukt behandelt werden. In Deutschland, Frankreich oder Brasilien werden vergleichbare Angebote dagegen deutlich stärker unter dem Blickwinkel des Glücksspielrechts betrachtet. In Indien kommt ein strenger Ansatz gegen Echtgeld-Online-Gaming hinzu. In Singapur dominiert ein restriktives Remote-Gambling-Regime.
Für Polymarket und Kalshi entsteht daraus keine einfache globale Expansionsgeschichte, sondern ein Markt mit vielen Bruchlinien. Kalshi verfügt in den USA über einen formalen Regulierungsrahmen, muss sich aber gleichzeitig gegen Bundesstaaten behaupten, die bestimmte Event Contracts als unerlaubte Wetten einstufen. Polymarket hat mit Polymarket US einen regulierten US-Kanal aufgebaut, bleibt international aber mit der Frage konfrontiert, ob die Plattform in einzelnen Ländern als unerlaubtes Glücksspiel eingestuft wird.
Außerhalb der USA nimmt der Druck sichtbar zu. Frankreich und Deutschland ordnen Prediction Markets ausdrücklich in Richtung illegaler oder nicht erlaubnisfähiger Glücksspielangebote ein. Indien nennt Polymarket in einem offiziellen Advisory. Brasilien zieht Prediction Markets in die Logik des regulierten Wett- und Derivatemarkts hinein. Spanien ist nach aktuellen Berichten ebenfalls gegen Polymarket und Kalshi vorgegangen.
Damit verschiebt sich die Debatte. Polymarket und Kalshi stehen nicht mehr nur für eine neue Form digitaler Marktprognosen. Sie sind inzwischen auch ein Testfall dafür, wie weit Glücksspielrecht, Finanzmarktaufsicht und Plattformregulierung bei neuen digitalen Wett- und Handelsmodellen reichen.
Der globale Markt für Prediction Markets dürfte weiter wachsen, gleichzeitig aber stärker fragmentieren. In einigen Ländern wird sich der Zugang über Finanzmarktregulierung und Derivateaufsicht entwickeln. In anderen Ländern werden die Plattformen eher als unerlaubte Wetten oder illegales Online-Glücksspiel behandelt. Wieder andere Märkte werden zunächst über Geoblocking, Zahlungsdienstleister oder Domain-Sperren reagieren.
Für die Glücksspielbranche ist diese Entwicklung relevant, weil sie eine bekannte Grundfrage neu stellt: Wo endet Information, wo beginnt Wette? Polymarket und Kalshi machen sichtbar, dass diese Grenze im digitalen Markt immer schwerer zu ziehen ist. Genau deshalb werden die kommenden Entscheidungen von Behörden und Gerichten weit über die beiden Plattformen hinaus Bedeutung haben.
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