Rumäniens Glücksspielaufsicht ONJN nimmt rund 800 illegale Glücksspielseiten auf die Blacklist. Ein neues System soll vor allem schnell wechselnde Klon-Domains erkennen.
Die rumänische Glücksspielaufsicht ONJN setzte Ende Juli 2026 rund 800 illegale Glücksspielseiten auf die nationale Blacklist.
Die rumänische Glücksspielaufsicht Oficiul Național pentru Jocuri de Noroc (ONJN) verschärfte Ende Juli ihr Vorgehen gegen den Online-Schwarzmarkt. Mit Entscheidung Nr. 537 vom 31. Juli 2026 nahm die Behörde rund 800 illegale Glücksspielseiten auf die nationale Blacklist. Die große Zahl wurde laut ONJN durch ein neu entwickeltes Instrument zur Erkennung sogenannter Klon-Seiten möglich.
Das neue Verfahren soll Glücksspielplattformen identifizieren, die nach einer Sperrung oder Aufnahme auf die Blacklist unter leicht veränderten Internetadressen weiterbetrieben werden. Nach Angaben der ONJN erkennt das System Plattformen mit derselben technischen beziehungsweise strukturellen Basis, die sich über unterschiedliche Domains vervielfältigen.
Damit richtet sich die Behörde gegen eine typische Strategie illegaler Online-Anbieter. Statt lediglich einzelne Internetadressen zu erfassen, sollen zusammengehörende Klon-Domains schneller erkannt werden. Die rund 800 neu aufgenommenen Seiten kamen zu etwa 370 Domains hinzu, welche die ONJN bereits zuvor unter der aktuellen Behördenleitung auf die Blacklist gesetzt hatte.
Die Dimension der jüngsten Maßnahme wird im Vergleich mit den vergangenen Jahren deutlich. Von der Gründung der ONJN im Jahr 2013 bis April 2025 waren nach Angaben der Behörde insgesamt rund 1.500 illegale Glücksspielseiten auf die Blacklist aufgenommen worden. Unter der aktuellen Führung kamen bislang bereits rund 1.180 weitere Seiten hinzu.
Zu den in dieser Zeit erfassten Plattformen gehört nach Angaben der ONJN auch der Prognosemarkt Polymarket. Die Plattform ermöglicht Nutzern unter anderem Wetten beziehungsweise den Handel auf den Ausgang politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ereignisse.
ONJN-Präsident Vlad-Cristian Soare sieht in der Digitalisierung einen wichtigen Bestandteil der Schwarzmarktbekämpfung. Die Behörde müsse aufgrund begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen verstärkt technologische Lösungen einsetzen. Dazu gehört neben der Erkennung von Klon-Seiten auch der weitere Ausbau digitaler Kontroll- und Analyseinstrumente.
Nach Angaben der ONJN läuft bereits ein Verfahren zur Entwicklung zusätzlicher Monitoring-Werkzeuge. Dabei arbeitet die Glücksspielaufsicht mit der rumänischen Digitalisierungsbehörde zusammen und will möglichst weitgehend die staatliche Cloud-Infrastruktur nutzen. Hintergrund ist unter anderem die große Menge an Daten, die nach dem Zugriff der Aufsicht auf Server von Online-Glücksspielveranstaltern ausgewertet werden muss.
Auch die rechtlichen Instrumente wurden zuletzt erweitert. Das rumänische Glücksspielrecht ermöglicht der ONJN inzwischen Maßnahmen gegen illegale Online-Inhalte. Zudem enthält das geltende Recht Vorgaben, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit nicht lizenzierten Glücksspielangeboten und Domains auf der ONJN-Blacklist einschränken.
Mit der Entscheidung vom 31. Juli erhöhte Rumänien die Zahl der innerhalb kurzer Zeit identifizierten illegalen Glücksspiel-Domains erheblich. Besonders die automatisierte Suche nach Klon-Seiten soll der ONJN dabei helfen, auf neue Internetadressen schneller zu reagieren, über die nicht lizenzierte Anbieter ihre Angebote erneut zugänglich machen.
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