Rumäniens Glücksspielaufsicht greift durch: Die nationale Behörde ONJN hat die Blockchain-Plattform Polymarket wegen unerlaubter Wetten auf politische Ereignisse gesperrt.
Die rumänische Glücksspielaufsicht Oficiul Național pentru Jocuri de Noroc (ONJN) hat die Plattform Polymarket auf die schwarze Liste gesetzt. Die Behörde stufte das Angebot als „nicht lizenzierten Glücksspielanbieter“ ein und ließ die Webseite landesweit blockieren. Der Schritt erfolgt nach einem sprunghaften Anstieg der Wettaktivitäten während der jüngsten Präsidentschafts- und Kommunalwahlen.
Wie das Nachrichtenportal Romania Insider berichtet, verzeichnete Polymarket allein bei den rumänischen Präsidentschaftswahlen Einsätze in Höhe von rund 600 Millionen US-Dollar, bei den Bürgermeisterwahlen in Bukarest weitere 15 Millionen US-Dollar.
Die Behörde betont, dass die Art der Transaktion – ob mit Kryptowährungen oder mit klassischem Geld – rechtlich keine Rolle spielt. Entscheidend sei allein, dass Nutzer Geld auf den Ausgang eines zukünftigen Ereignisses setzen. „Dies ist nicht eine Frage der Technologie, sondern des Gesetzes. Egal ob in Lei oder in Krypto gewettet wird – wenn auf ein zukünftiges Ergebnis gesetzt wird, handelt es sich um Glücksspiel, das lizenziert sein muss“, zitiert Romania Insider einen Sprecher der ONJN.
Laut Euronews Rumänien sollen Internet-Dienstanbieter im Land den Zugang zu Polymarket sperren. Außerdem bemängelt die Aufsicht fehlende Anforderungen wie Altersverifikation, Maßnahmen gegen Geldwäsche und die Zahlung von Abgaben an den Staat.
Wie das Branchenportal SBC News einordnet, bewertet die ONJN Polymarket als Plattform für Peer-to-Peer-Wetten – also als einen counterparty betting service, bei dem Nutzer direkt gegeneinander auf den Ausgang eines Ereignisses wetten, während die Plattform nur als Vermittler fungiert. Damit falle das Angebot eindeutig unter das Glücksspielgesetz und bedürfe einer Lizenz.
Die ONJN stellte klar, dass Polymarket keine Steuerpflichten erfülle, keinen Spielerschutz anbiete und keine Mechanismen zur Prävention von Betrug und Manipulation habe. Aus Sicht der Behörde erfüllt die Plattform damit die Kriterien eines illegalen Glücksspielangebots.
Nach Einschätzung von iGaming Today ist Rumänien nicht das erste Land, das gegen Polymarket vorgeht. Auch in Frankreich, Belgien und Polen haben die Aufsichtsbehörden bereits ähnliche Sperren ausgesprochen. Das Vorgehen gilt als Signal, dass auch neuartige Modelle wie sogenannte Prediction Markets – bei denen Nutzer auf künftige Ereignisse wetten – nicht außerhalb der klassischen Regulierung stehen.
Damit zieht sich die Schlinge für Anbieter, die auf die Grenze zwischen Finanz- und Glücksspielprodukt setzen, weiter zu. Entweder sie beantragen künftig Lizenzen im jeweiligen Land oder sie riskieren Sperren und Strafmaßnahmen.
Für rumänische Nutzer bedeutet die Sperre, dass sie keinen Zugang mehr zu Polymarket haben – und im Zweifel auch keine Ansprüche auf laufende Wetten oder Gewinne durchsetzen können. Zugleich sichert sich der Staat durch die Maßnahme die Kontrolle über Steuereinnahmen und Spieleraktivitäten.
Die ONJN verfolgt mit der Entscheidung drei zentrale Ziele: Schutz der Verbraucher, Bekämpfung von Geldwäsche und Sicherung fiskalischer Einnahmen.
Rumänien setzt ein deutliches Zeichen: Auch Blockchain-basierte Plattformen müssen sich an geltendes Glücksspielrecht halten.
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