OASIS erreicht im Juli 2025 ein neues Hoch: Über 300.000 aktive Sperren, 97 % Selbstsperren, rund 425 Mio. Abfragen monatlich – das RP Darmstadt legt aktuelle Zahlen vor.
Das bundesweite Spielersperrsystem OASIS verzeichnet weiter steigende Nutzerzahlen. Eine aktuelle Auswertung zeigt, wie viele Personen gesperrt sind und wie intensiv das System von Anbietern und Spielern genutzt wird.
Die zentrale Sperrdatei OASIS umfasst aktuell über 300.000 aktive Spielersperren. Diese Zahl zeigt, wie viele Personen in Deutschland derzeit vom Glücksspiel ausgeschlossen sind. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2020 waren es nur rund 47.000 Sperreinträge, doch mit Einführung des bundesweiten Systems im Juli 2021 stieg die Zahl rasant an. Bis Ende 2024 waren bereits etwa 307.000 Sperren registriert – ein deutlicher Zuwachs, der die zunehmende Nutzung des Spielerschutzes unterstreicht. Wie das Regierungspräsidium Darmstadt erläutert, kann die Anzahl der Sperreinträge geringfügig höher sein als die Zahl der tatsächlich gesperrten Personen, da einzelne Spieler mehrfach gesperrt werden können.
Bei den Sperren unterscheidet man zwischen Selbstsperren (vom Spieler selbst beantragt) und Fremdsperren (durch Dritte oder Anbieter veranlasst). Der weitaus größte Teil entfällt auf Selbstsperren. Anfang 2024 waren von rund 271.400 aktiven Sperren knapp 261.800 Selbstsperren (etwa 96 %) und nur rund 9.600 Fremdsperren. Dieses Verhältnis gilt laut Regierungspräsidium Darmstadt auch für die aktuellen Zahlen von 2025. Fremdsperren werden vor allem dann ausgesprochen, wenn Hinweise auf Spielsucht oder Überschuldung vorliegen, sie machen aber nur einen kleinen Bruchteil aus.
Jeden Monat kommen mehrere tausend neue Sperren hinzu, während Aufhebungen vergleichsweise selten erfolgen. Allein im Jahr 2024 wurden mehr als 56.000 neue Sperren eingerichtet. Demgegenüber stehen nur wenige tausend Aufhebungen, da Selbstsperren mindestens drei Monate und Fremdsperren mindestens ein Jahr dauern müssen. Die Aufhebung ist zudem ausschließlich durch das Regierungspräsidium Darmstadt möglich und setzt einen formellen Antrag der betroffenen Person voraus.
Neben langfristigen Sperren bietet OASIS auch die Möglichkeit einer Kurzzeitsperre von 24 Stunden. Über einen sogenannten „Panikknopf“ können sich Spielende in Online-Spielhallen mit einem Klick sofort sperren. Diese Kurzzeitsperre wird automatisch nach 24 Stunden aufgehoben und fließt nicht in die Zahl der langfristigen Sperren ein. Das Regierungspräsidium weist darauf hin, dass dieses Instrument zunehmend genutzt wird, weil es niedrigschwellig und sofort wirksam ist.
Das OASIS-System wird flächendeckend genutzt: Vor jedem Spielbeginn muss ein Abgleich erfolgen, ebenso vor dem Versand von personalisierter Werbung oder Bonusangeboten. Aktuell werden laut Regierungspräsidium Darmstadt pro Monat rund 425 Millionen Abfragen registriert. Diese verteilen sich auf die Kategorien Spielersperren (etwa 17 %), Werbung (ca. 45 %) und Boni oder Rabatte (ca. 38 %). Im gesamten Jahr 2024 waren es etwa fünf Milliarden Abfragen.
Seit der bundesweiten Einführung im Juli 2021 ist die Zahl der an OASIS angeschlossenen Veranstalter und Spielstätten stark gestiegen. Vorher waren es nur rund 460 Anbieter mit knapp 1.500 Spielstätten, inzwischen sind es über 8.700 Veranstalter mit rund 40.000 Betriebsstätten. Diese nahezu flächendeckende Abdeckung sorgt dafür, dass die Sperrdatei bundesweit wirksam greifen kann.
Das System gilt nach wie vor als zentrales Instrument zur Umsetzung von Prävention und Spielerschutz im regulierten Glücksspielmarkt.
Hier gelangen Sie zu den vom Regierungspräsidium Darmstadt veröffentlichten Zahlen.
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