Mehr als 5,2 Milliarden Abfragen und rund 367.000 aktive Sperren: Das Spielersperrsystem OASIS erreicht 2025 neue Höchstwerte und festigt seine Rolle im deutschen Spielerschutz.
Das bundesweite Spielersperrsystem OASIS wurde im Jahr 2025 so intensiv genutzt wie noch nie. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt verzeichnete die zentrale Sperrdatei über 5,2 Milliarden Abfragen durch Glücksspielanbieter, das entspricht durchschnittlich rund 432 Millionen Abfragen pro Monat. Diese Rekordzahl unterstreicht die anhaltend hohe Nutzung des Systems im Spieler- und Jugendschutz.
Die Kernzahlen 2025 zeigen deutlich steigende Werte im Vergleich zu den Vorjahren:
Abfragen auf OASIS: Mehr als 5,2 Milliarden im Jahr 2025 (≈432 Mio. pro Monat) – ein Höchststand seit Einführung des Systems.
Bearbeitete Sperranträge: Rund 60.000 Anträge wurden 2025 vom zuständigen Dezernat bearbeitet. Die tatsächliche Zahl der beantragten Selbst- und Fremdsperren lag jedoch noch höher, da viele Anträge unvollständig eingereicht wurden und nicht abschließend bearbeitet werden konnten.
Aktive Spielersperren: Etwa 367.000 Personen waren Ende 2025 in der Sperrdatei als gesperrt registriert – rund 60.000 mehr als im Vorjahr. Dieser Zuwachs signalisiert, dass immer mehr Menschen den Spielerschutz in Anspruch nehmen.
Angeschlossene Anbieter: Bundesweit sind etwa 9.000 konzessionierte Veranstalter mit rund 41.000 Spielstätten an OASIS angebunden. Auch hier gab es 2025 einen leichten Anstieg (Vorjahr ca. 8.700 Anbieter und 40.000 Betriebsstätten), was eine nahezu flächendeckende Abdeckung bedeutet.
Seit der Umstellung auf ein medienbruchfreies, vollständig digitales Antragssystem für die Aufhebung von Spielersperren im Jahr 2024 ist die Zahl der Abfragen noch einmal deutlich gestiegen. Der einfache digitale Prozess dürfte dazu beigetragen haben, dass Betreiber häufiger und effizienter Sperrabfragen durchführen. Entsprechend wird das etablierte Sperrsystem von der Branche intensiv genutzt und gut angenommen, wie die Betreiberbehörde hervorhebt. Auch der Hessische Rundfunk berichtete, die Abfragen beim Sperrsystem seien deutlich angestiegen („so stark genutzt wie nie“) und bezeichnet die OASIS-Bilanz 2025 als Beleg für die rege Nutzung des Spielerschutz-Instruments.
OASIS (“Online-Abfrage Spielerstatus“) ist seit der Einführung des neuen Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 das deutschlandweite Sperrsystem für glücksspielübergreifenden Spielerschutz. Es dient dem Schutz gefährdeter Spielerinnen und Spieler und der Prävention von Glücksspielsucht. Wer unter Spielsucht leidet oder problematisches Spielverhalten zeigt, kann entweder eine Selbstsperre beantragen oder durch Dritte eine Fremdsperre erhalten. Eingetragene Personen dürfen bundesweit kein staatlich erlaubtes Glücksspiel mehr ausüben: Beim Betreten einer Spielhalle, Spielbank oder Wettvermittlungsstelle wird ihre Identität mit der Sperrdatei abgeglichen, und bei aktiver Sperre muss der Zugang verwehrt werden. Gleiches gilt auch für lizenzierte Online-Glücksspiel-Angebote, bei denen vor Spielbeginn ein Abgleich erfolgt. Auf diese Weise soll OASIS Menschen mit Glücksspielproblemen vom Spielen abhalten und ihnen eine Schutzmöglichkeit bieten.
In der Praxis entfällt der Großteil der Sperren auf Selbstausschlüsse der Spieler: Schätzungsweise 96 % aller aktiven Sperren wurden von Betroffenen freiwillig als Selbstsperre eingetragen, nur ca. 4 % sind Fremdsperren auf Initiative Dritter (z.B. von Casinos bei Hinweis auf Spielsucht). Diese Verteilung war Anfang 2024 so festgestellt worden und gilt laut RP Darmstadt auch für die aktuellen Zahlen 2025. Die hohe Quote an Selbstsperren zeigt, dass viele Spielsüchtige selbst aktiv den Schutz in Anspruch nehmen. Fremdsperren kommen vergleichsweise selten vor und werden vor allem dann eingerichtet, wenn etwa Angehörige oder Anbieter klare Anzeichen von Glücksspielsucht oder Überschuldung beobachten.
Die enorme Zahl von über fünf Milliarden Abfragen ergibt sich auch daraus, dass jedes Glücksspielunternehmen verpflichtet ist, vor bestimmten Aktionen OASIS zu konsultieren. Vor jedem Spielbeginn in einer legalen Spielhalle, einem Casino oder Wettbüro muss ein Abgleich mit der Sperrdatei stattfinden. Zusätzlich muss OASIS vor dem Versand personalisierter Werbung oder Bonusangeboten an Kunden abgefragt werden, um gesperrte Personen auszuschließen. Dies führt zu einer hohen Abfragefrequenz: Aktuell werden pro Monat rund 425 Millionen Abfragen registriert. Davon entfallen etwa 45 % der Abfragen auf den Bereich Werbung, ca. 38 % auf Boni/Rabatt-Aktionen und nur rund 17 % auf die eigentlichen Spielbeginn-/Einlass-Kontrollen in Spielstätten. Diese Verteilung macht deutlich, dass das Sperrsystem nicht nur beim Einlass, sondern auch im Marketing konsequent angewendet wird, um gesperrte Spieler auszuschließen.
Die bundesweite Abdeckung des Systems trägt wesentlich zur Wirksamkeit bei: Inzwischen sind über 9.000 Anbieter mit 41.000 Spielstätten an OASIS angeschlossen – von großen Spielbanken bis hin zu lokalen Spielhallen und Online-Plattformen. Zum Vergleich: Vor Einführung der bundesweiten Sperrdatei 2021 waren nur etwa 460 Anbieter mit 1.500 Spielstätten im damaligen hessischen Sperrsystem erfasst. Die Zahl der angebundenen Betriebe ist seither rasant gewachsen, was eine flächendeckende Umsetzung des Spielerschutzes ermöglicht. Durch diese nahezu vollständige Marktabdeckung kann OASIS seine Schutzfunktion effektiv erfüllen und verhindert, dass ausgewiesene Problemspieler auf legale Ausweichmöglichkeiten zurückgreifen.
Bereits 2024 zeichnete sich der Trend stark steigender Nutzungszahlen ab. Im gesamten Jahr 2024 wurden rund 5 Milliarden Abfragen vorgenommen. Zudem kamen allein über 56.000 neue Sperreinträge hinzu – dem stehen jedoch nur wenige tausend Entsperrungen gegenüber, da Selbstsperren mindestens 3 Monate und Fremdsperren mindestens 1 Jahr laufen müssen und nur auf formellen Antrag wieder aufgehoben werden können. Anfang 2025 überschritt die Zahl der aktiven Sperren schließlich die Marke von 300.000. Zum Vergleich: Noch 2020 waren es bundesweit erst ca. 47.000 gesperrte Personen, doch mit Einführung von OASIS im Juli 2021 wuchs diese Zahl sprunghaft auf über 300.000 innerhalb von vier Jahren. Dieser Anstieg unterstreicht die zunehmende Inanspruchnahme von Spielerschutz-Maßnahmen durch die Bevölkerung.
Als neues Instrument im OASIS-System etabliert sich zunehmend der sogenannte „Panikknopf“, eine kurzfristige Selbstsperre. Darüber können sich Spielende online mit einem Klick für 24 Stunden sperren, um sich in akuter Spielnot sofort auszuschließen. Die 24-Stunden-Sperre wird automatisch nach Ablauf eines Tages aufgehoben und fließt nicht in die Statistik der langfristigen Sperren ein. Laut Regierungspräsidium Darmstadt wird dieses niederschwellige Angebot immer häufiger genutzt, was zeigt, dass Spieler auch temporäre Sperren als Hilfsmittel in Anspruch nehmen, um impulsives Spielverhalten zu durchbrechen. Langfristige Selbst- oder Fremdsperren können weiterhin nur über das RP Darmstadt per Antrag eingerichtet oder aufgehoben werden und dienen dem dauerhaften Schutz.
Die Bilanz 2025 macht deutlich, dass sich OASIS als zentrales Instrument des Spielerschutzes fest etabliert hat. Das Sperrsystem wird von den legalen Anbietern konsequent eingesetzt und von zehntausenden Spielern freiwillig genutzt, um riskantes Spiel zu begrenzen. Vertreter der Branche werten die hohe Zahl an Spielersperren und Abfragen als positives Zeichen für gelebten Jugend- und Spielerschutz. Die konsequente Anwendung der OASIS-Sperrdatei durch Betreiber, ob in Spielhallen, Spielbanken oder Online-Portalen, demonstriert die Übernahme von Verantwortung im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben und gesellschaftlichen Erwartungen.
Auch aus Sicht der Aufsichtsbehörden zeigt die Entwicklung, dass die gesetzlichen Maßnahmen wirken: OASIS trägt dazu bei, gefährdete Spieler frühzeitig vom Glücksspiel auszuschließen und sie vor den Folgen der Sucht zu bewahren. Mit jährlich Milliarden von Abfragen und hunderttausenden Einträgen stellt das System einen essenziellen Schutzmechanismus im regulierten Glücksspielmarkt dar. Die Trends deuten darauf hin, dass das Bewusstsein für Spielerschutz weiterhin wächst und OASIS auch künftig eine tragende Rolle bei der Prävention von Glücksspielsucht spielen wird.
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