Das illegale Glücksspiel einzudämmen, ist ein mühsames Geschäft. Schon um illegale Automaten aufzuspüren, wenden Ordnungsämter und Polizei viel Zeit auf. Die vermelden auch manche Erfolge. Aber von einer flächendeckenden Bekämpfung des stationären Schwarzmarkts kann nicht die Rede sein.
Im Fall illegaler Online-Glücksspiele sieht das schon günstiger aus: Die 2022 geschaffene Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verfügt über Instrumente, um illegale Online-Casinos vom deutschen Markt fernzuhalten. Um den Schwarzmarkt wirklich einzuschränken oder sogar auszutrocknen, müssten alle Akteure wohl noch besser und intensiver zusammenarbeiten. Die Grafik zeigt, welche Institutionen in diese Aufgabe eingebunden sind – jede auf ihre Weise.
Sie sind zunächst dafür zuständig, die legalen Spielhallen und Casinos zu überprüfen. Verbotenes Glücksspiel findet oft in Gaststätten oder Kulturvereinen statt. Wenn den Ordnungsämtern Hinweise zugehen, stimmen sie ihre Einsätze üblicherweise mit Polizei, Zoll, Staatsanwaltschaften und Finanzbehörden ab.
Hinter illegalen Spielstätten stecken oft professionelle Banden. Einsätze dort sind nicht ungefährlich. Schon deshalb sichern Polizisten und Zollbeamte bei Durchsuchungen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der übrigen beteiligten Behörden ab, sichern Beweise und führen Beschlagnahmungen durch. In einigen Bundesländern, etwa Hamburg, setzt die Polizei inzwischen spezialisierte „Mini-SOKOs“ ein.
Die Anbieter machen sich verschiedener Delikte schuldig, etwa unerlaubtes Glücksspiel, Steuerhinterziehung, Verstöße gegen Marken- oder Urheberrechte. Bei Razzien sind die Strafverfolgungsbehörden häufig mit eigenen Mitarbeitern vor Ort. Erste Bundesländer bauen mittlerweile Schwerpunktstaatsanwaltschaften auf, die sich auf das Geschäft mit illegalem Glücksspiel konzentrieren.
Wer Glücksspiel anbietet, hat unter anderem Wett-, Spielapparate- und Vergnügungssteuern abzuführen. Durch unerlaubtes Geschäft entgehen Staat und Kommunen jährlich Milliarden, was Steuerfahnder und Finanzbehörden auf den Plan ruft. Die kooperieren zudem mit der Glücksspielbehörde GGL. So wurde zuletzt dem Sportwettenanbieter Tipster wegen Steuerhinterziehung die Lizenz entzogen.
45 % mindestens könnte der illegale Anteil am Automaten-Glücksspielmarkt 2026 ausmachen, schätzt das Beratungsunternehmen Düsseldorf Competition Economics.
Mit der „Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder“ hat Deutschland eine zentrale Instanz, die den grenzübergreifenden Online-Schwarzmarkt eindämmen soll. Die GGL geht in Abstimmung mit ausländischen Behörden gegen nicht lizenzierte Angebote vor, meldet Steuervergehen von Wettveranstaltern an die Finanzämter und stellt Strafanzeigen.
Theoretisch reicht der Arm der GGL auch ins Geschäft der Internet- Provider: Die Behörde kann sie auffordern, den Zugriff auf unerlaubte Spielangebote für Internetnutzer in Deutschland zu sperren. Kommt der Provider dem nicht nach, blühen ihm „empfindliche Zwangsgelder“ (GGL).
Sofern Spielerinnen und Spieler ihre Einsätze per Kreditkarte oder Überweisungen platzieren und Anbieter die Gewinne ebenfalls elektronisch ausschütten, können Banken im Kampf gegen unerlaubtes Glücksspiel helfen. Die Glücksspielbehörde kann Zahlungsdienstleister anweisen, diese Geldflüsse zu blockieren. Andernfalls drohen Strafanzeigen.
Sie unterstützen die Behörden u. a. durch Gutachten, technische Schulungen und Begleitung bei Kontrollen.
Um das Geschäft zu schützen, bieten sie ebenfalls Schulungen an und betreiben die Whistleblowing-Plattform BA-larm.
Sie beobachten den Markt und dringen auf eine konsequentere Bekämpfung des Schwarzmarkts.
Legale Anbieter haben sich an strenge Vorgaben zu halten. Daher hat die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz das Interesse, den illegalen Sektor einzudämmen.
Was begünstigt illegales Spiel? Wie effizient sind Regulierung und Überwachung? Das sind wichtige Forschungsthemen.
Nicht nur unerlaubtes Glücksspiel, auch Werbung dafür ist verboten. Die Medienanstalten müssen dies im TV- und Radiomarkt durchsetzen.
Die Spitzenorganisation der Wirtschaft gegen unlauteren Wettbewerb unterstützt die GGL bei den Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel.
Viele illegale Angebote werden über Firmen, Konten und Server im Ausland betrieben. Zusammenarbeit ist unverzichtbar.
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