7. Oktober 2026

US-Casino-Koalition warnt vor Expansion von iGaming – Wirtschaftliche und soziale Risiken im Fokus

Eine neu gegründete Branchenkoalition aus führenden US-amerikanischen Glücksspielunternehmen, die National Association Against iGaming (NAAiG), spricht sich entschieden gegen die Ausweitung von Online-Glücksspielen in den Vereinigten Staaten aus.

Die Gruppe, der unter anderem The Cordish Companies, Monarch Casino & Resort und Churchill Downs Incorporated angehören, warnt vor negativen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen einer weiteren iGaming-Liberalisierung.

Studie prognostiziert Umsatzeinbußen und Arbeitsplatzverluste

Ein zentrales Argument der Koalition sind wirtschaftliche Einbußen für landbasierte Casinos. Eine von der Innovation Group im Auftrag der NAAiG durchgeführte Studie zeigt, dass die Einführung von iGaming zu einem Umsatzrückgang von durchschnittlich 16 % in stationären Casinos führen könnte. Besonders betroffen wären die Bundesstaaten New York und Illinois, in denen durch die Legalisierung bis 2029 jeweils bis zu 5.000 Arbeitsplätze verloren gehen könnten.

Steigende Risiken für Spielsucht und problematisches Spielverhalten

Neben den wirtschaftlichen Bedenken hebt die NAAiG auch die sozialen Risiken von iGaming hervor. Laut der Studie sind Online-Spieler achtmal häufiger von Spielsucht betroffen als Besucher stationärer Casinos. Zudem ergaben die Untersuchungen, dass 81 % der pathologischen Spieler regelmäßig iGaming-Angebote nutzen, was die Kontrolle und Prävention erschwert.

Die Organisation weist außerdem auf einen besorgniserregenden Anstieg problematischen Spielverhaltens bei Jugendlichen hin. Laut den Studienergebnissen entwickeln über ein Viertel der Jugendlichen, die iGaming-Angebote nutzen, problematische Spielgewohnheiten. Die einfache Verfügbarkeit und die ständige Erreichbarkeit von Online-Casinos erschweren laut NAAiG eine wirksame Prävention.

Branchenvertreter sehen wachsende Gefahren für lokale Unternehmen

Nach Einschätzung von Mark Stewart, Executive Vice President und General Counsel von The Cordish Companies sowie Vorstandsmitglied der NAAiG, stellt iGaming eine ernsthafte Bedrohung für bestehende landbasierte Casinos, Arbeitsplätze und lokale Unternehmen dar. Die wirtschaftlichen und sozialen Kosten könnten laut Stewart die potenziellen Steuereinnahmen durch Online-Glücksspiele übersteigen.

Stewart betonte zudem, dass vor allem die Auswirkungen auf wirtschaftlich schwächere Gemeinden unterschätzt würden. Die wegfallenden Arbeitsplätze in landbasierten Casinos seien kaum zu kompensieren.

Lobbymacht gegen iGaming-Liberalisierung

Die NAAiG kündigte an, aktiv gegen die Legalisierung von iGaming in weiteren Bundesstaaten zu kämpfen. Die Organisation plant, Entscheidungsträger gezielt über die negativen Folgen der iGaming-Expansion zu informieren und Gesetzesinitiativen zur Marktöffnung entgegenzuwirken.

Während einige Bundesstaaten – darunter New Jersey, Michigan und Pennsylvania – bereits regulierte Online-Casino-Märkte etabliert haben, zeigt sich in anderen Regionen der USA wachsender Widerstand. Befürworter von iGaming argumentieren mit steigenden Steuereinnahmen und besseren Kontrollmechanismen im Vergleich zu unregulierten Online-Angeboten.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die NAAiG mit ihrer Kampagne erfolgreich ist oder ob sich die Online-Glücksspielbranche weiter ausdehnt. Die Debatte um die Zukunft des iGaming in den USA bleibt damit hochaktuell.

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